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Ausstellung „Dichte begreifen“

Ausstellung "Dichte begreifen" in Affoltern a. Albis

Die vom kantonalen Amt für Raumentwicklung präsentierte Wanderausstellung «Dichte begreifen» lädt interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Auseinandersetzung mit der Siedlungsentwicklung nach innen ein. Sie zeigt die vielfältigen Spielräume und Gestaltungsmöglichkeiten hinter dem Schlagwort «Verdichtung» auf. Und sie geht der Frage nach, wie sich Lebensqualität und Dichte in unterschiedlichen Siedlungstypen zusammenbringen lassen.

Die Stimmbevölkerung des Kantons Zürich hat in den letzten Jahren klar zum Ausdruck gebracht, dass sie Massnahmen gegen die zunehmende Zersiedelung wünscht. Im Kanton Zürich ist die Umsetzung bereits eingeleitet. Seit dem 1. Mai 2014 ist das neue Raumplanungsgesetz in Kraft, kurz zuvor hat der Kantonsrat den revidierten kantonalen Richtplan festgesetzt. Damit ist die Richtung vorgegeben: Siedlungsentwicklung nach innen.
Die Ausstellung «Dichte begreifen» führt auf verschiedenen Wegen ans Thema heran:

  • mit informativen und reich bebilderten Stellwänden
  • mit einem dreidimensionalen Modell, das unterschiedliche Siedlungsformen veranschaulicht und die Möglichkeit bietet, selber als Planer aktiv zu werden
  • mit einem Spiel-Quartett, das an die Besonderheiten unterschiedlicher Wohntypo-logien heranführt – und dem Ausstellungsbesuch einen spielerischen Dreh gibt.

Den Schwerpunkt der Ausstellung bildet die Gegenüberstellung von vier Wohntypologien: vom Einfamilienhausquartier bis zum Hochhausquartier. Anhand von 32 konkreten Beispielen aus dem ganzen Kanton Zürich stehen die Stärken und Eigenheiten dieser verschiedenen Wohnformen zur Diskussion. Die Kernfrage lautet: Wo liegen die Qualitäten für die Bewohnerinnen und Bewohner der unterschiedlichen Quartiere? Welche weichen und welche harten Faktoren machen an einem bestimmten Ort die Lebensqualität aus? Und wie lässt sich das zusammenbringen: Lebensqualität und Dichte?
Die Wanderausstellung wurde gemeinsam mit der Fachhochschule Nordwestschweiz erarbeitet und von September 2014 bis Juni 2015 an insgesamt zwölf Standorten im Kanton Zürich ausgestellt. Unter folgendem Link sind die Ausstellungstafeln als PDF verfügbar:

Ausstellung Dichte begreifen

Mittelalterliche Siedlungen in Elgg

Archäologische Grabung in Elgg: Ausgräber bei der Arbeit

An der Florastrasse in Elgg führt die Kantonsarchäologie eine Grossgrabung durch. Die bereits in den ersten Monaten sehr dicht liegenden Siedlungsbefunde stammen aus der Spätbronzezeit und aus dem Mittelalter.

Im Vorfeld eines Bauprojekts an der Eulach hat die Kantonsarchäologie im vergangenen Jahr Sondierungen durchgeführt, deren Resultate grössere Siedlungsbefunde vermuten liessen. Infolgedessen hat im Dezember 2013 auf der Parzelle von rund 11‘000m2 an der Florastrasse ein Grabungsprojekt begonnen. Mit den Ausgrabungen sollen archäologisch bedeutsame Funde und Befunde rechtzeitig gesichert werden, bevor das Gebiet überbaut wird. Die Grabung bietet die einzigartige Gelegenheit, zwei mittelalterliche Siedlungen grossflächig untersuchen zu können.

Bislang konnten Überreste aus der Spätbronzezeit (um 1000 v. Chr.), sowie dem Früh- (5.-7. Jh. n. Chr.) und Hochmittelalter (13. Jh. n. Chr.) dokumentiert werden. Neben den Spuren von ebenerdigen Pfostenbauten und einem Ofen konnten mehrere Grubenhäuser und drei Webkeller freigelegt werden. Sie gehören zu zwei sich überlagernden Siedlungen des Früh- bzw. Hochmittelalters und deuten auf eine handwerkliche Ausrichtung der Siedlung hin. Ausserdem wurden unter anderem Überreste von Keramikgefässen, Bronzeobjekte und Glasperlen sowie aus Knochen und Eisen gefertigte Werkzeuge gefunden. Der bisher interessanteste Fundgegenstand ist ein aus Geweih geschnitzter Kamm in der Länge von 15 cm. Aufgrund seiner Verzierungen stammt er sehr wahrscheinlich aus der spätrömischen oder frühmittelalterlichen Zeit.

Die Funde sind aussergewöhnlich für den Kanton Zürich. Elgg ist bekannt für seine zahlreichen Fundstellen aus verschiedenen Epochen: Neben Siedlungsresten aus der Bronzezeit und Eisenzeit ist das frühmittelalterliche Gräberfeld im „Ettenbühl“ von besonderer Bedeutung. Es liegt nur rund 500 Meter von der Grabung an der Florastrasse entfernt.

Vom Franziskanerkloster zum Obergericht

Skelettfund aus dem ehemaligen Kircheninnern des Franziskanerklosters

Franziskanermönche gründeten im 13. Jahrhundert ein Kloster am Rand der damaligen Stadt Zürich. Der Gebäudekomplex erlebte eine äusserst wechselvolle Geschichte: die Kirche wurde nach der Reformation zum Kornspeicher und ab 1834 zum ersten Stadtzürcher Theater. Im Konventsgebäude wohnten zunächst Mönche, dann richtete sich das Obmannamt und später schliesslich das Zürcher Obergericht darin ein. Die neuste Publikation der Kantonsarchäologie Zürich zeichnet die Baugeschichte und die vielfältige Nutzung detailliert nach. Sie stützt sich dabei auf die Resultate archäologischer Untersuchungen und einen reichen Bestand an historischen Bildern und Texten.

Die bedeutendste archäologische Untersuchung fand unter der Leitung der Buchautorin Gabi Meier Mohamed auf dem Platz statt, wo heute der 2012 eröffnete Erweiterungsbau des Obergerichts steht. Die Grabungskampagnen brachten ausser Mauerstrukturen mehrere Bestattungen im ehemaligen Kircheninnern ans Tageslicht. Die anthropologische Auswertung der Skelette wirft einen Blick auf den bedenklichen Gesundheitszustand etlicher hier begrabener Personen. Faszinierend sind auch die Überreste des «Aktientheaters»: Kanäle und der Kesselraum einer Warmluftheizung und Reste der Gasbeleuchtung zeigen, dass man puncto Haustechnik auf der Höhe der Zeit lag.

Die Autorin griff auch auf eine grosse Fülle von historischen Bildern und Plänen sowie schriftlich überlieferten Dokumenten zurück. Die Stadtansicht von Jos Murer 1576, die Planvedute von Johann Caspar Ulinger 1738 und zahlreiche weitere Ansichten ermöglichen im Zusammenspiel mit archäologischen und historischen Informationen für jede wichtige Bauphase detailgetreue Rekonstruktionen.

Monographien der Kantonsarchäologie Zürich 44 (Zürich/Egg 2014) Das Franziskanerkloster in Zürich und seine baugeschichtliche Entwicklung bis zum Gerichtsgebäude. Gabi Meier Mohamed 196 Seiten.

Bezug: Verlagsshop auf www.fo-publishing.ch

Kreisschreiben zu Änderungen im Planungs- und Baurecht

Seit dem 1. Mai 2014 sind das teilrevidierte Raumplanungsgesetz (RPG) und die revidierte Raumplanungsverordnung (RPV) in Kraft. Mit einem Kreisschreiben orientierte die Baudirektion die politischen Gemeinden im Kanton Zürich über die Änderungen. Dazu gehören die Bestimmungen über Solaranlagen, Pferdehaltung, Hobbytierhaltung sowie die Übergangsbestimmung. Ausserdem werden die Änderungen des Planungs- und Baugesetzes (PBG) im Bereich Verfahren und Rechtsschutz erläutert, die auf den 1. Juli 2014 in Kraft treten.

Nicht Bestandteil des Schreibens sind die weiteren Änderungen betreffend Mehrwertausgleich, Bauzonendimensionierung und Förderung der Verfügbarkeit von Bauland. Die Informationen dazu werden den Gemeinden zu einem späteren Zeitpunkt zugestellt.

Denkmalpflege zum Anfassen

«Zutritt verboten?» - unter diesem Leitmotiv führen die traditionellen Stadt- und Land-Rundgänge dieses Jahr an Orte, die normalerweise kaum zugänglich sind. Vom 6. Mai bis 2. Oktober 2014 stellen Mitarbeitende der kantonalen und der städtischen Denkmalpflegen von Zürich und Winterthur unterschiedliche Objekte vor. Die Führungen sind kostenlos und finden im ganzen Kanton Zürich statt.

Die Stadt-Land-Rundgänge sind zum festen Bestandteil der sommerlichen Kulturveranstaltungen geworden. Bei den Führungen wird das gesamte Spektrum an Bauaufgaben gezeigt. Von Sakralbauten wie die Kirche auf der Egg in Wollishofen über Villen, die heute als Altersresidenzen genutzt werden, bis hin zu Kultur- und Militärbauten ist alles vertreten.

In den Monaten Mai bis Juli finden die Führungen jeweils dienstags, von August bis Oktober jeweils donnerstags statt, die Anfangszeiten variieren. Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch ist bei zahlreichen Führungen aufgrund der beschränkten Platzzahl eine Anmeldung erforderlich. Eine Reihe von Führungen findet dieses Jahr daher zweimal statt, einmal vor und einmal nach den Sommerferien.

Flüge über das Kantonsgebiet für hochaufgelöste Luftbilder und Höhendaten

Die Fachstelle Vermessung der Baudirektion Kanton Zürich erstellt derzeit über das gesamte Kantonsgebiet neue Georeferenzdaten, die bezüglich Qualität und Umfang bisher noch nie realisiert wurden.

Das ambitionierte Projekt mit der Bezeichnung «Luftaufnahmen42» sieht vor, alle vier Jahre ein hochauflösendes Laserscanning (LIDAR, 8 Pkt/m2) zur Erstellung von Digitalen Oberflächen- (DOM) oder Terrainmodellen (DTM), sowie alle zwei Jahre Luftbilder (Orthophoto, Bodenauflösung 10cm, alternierend Sommer- und Frühjahrsflüge) zu erstellen. Diese üblicherweise in Städten oder für kleinräumige Projekte eingesetzten hochaufgelösten Produkte werden nun über einen Perimeter von mehr als 1800km2, mit anspruchsvoller Topographie, zwei Grossstädten und dem Flughafen Zürich produziert.

Diese Grundlagen stehen in erster Linie den Amtsstellen und Gemeinden als Basismaterial für ihre Arbeiten und Projekte zur Verfügung. Sie können beispielsweise in den Bereichen Infrastrukturplanung, Städteplanung, Raumplanung, Naturgefahren‐Beurteilung, Forstwesen, Umweltbereich, Energieversorgung, Leitungsvermessung, Solarpotentialanalyse, Vermessung, Archäologie, Landwirtschaft, Gewässer, Lärmschutz usw. wertvolle Unterstützung bieten. Dank des Wiederholungszyklus von zwei bzw. vier Jahren sind auch Zeitreihen und Monitoringprojekte möglich.

Das Projekt «Luftaufnahmen42» wurde in diesem Jahr gestartet. Die ersten flächendeckenden und aktuellen Produkte werden Ende 2014 fertiggestellt und publiziert. Das Projekt kostet 1.2 Mio. Franken und wird vom kantonalen Amt für Raumentwicklung und weiteren einzelnen kantonalen Ämtern finanziert. Die Daten können von Amtsstellen, Gemeinden, Planern, Ingenieuren etc. zu günstigen Konditionen bezogen werden.

Es handelt sich um ein ehrgeiziges, qualitativ hochstehendes Projekt, bei dem auch das Wetter eine wichtige Rolle spielt. Die Beteiligen unternehmen alles, damit die Lärmbelästigungen so gering wie möglich ausfallen werden.  

Befliegung Höhendaten (Laserscanning)

Seit März 2014 finden die Messflüge statt. Diese Flüge müssen im engen Zeitfenster zwischen März (kein Schnee) und April (vor Laubaustritt) erfolgen. Dabei wird das gesamte Gebiet des Kantons Zürich in engmaschigen Fluglinien in einer Höhe von 1400 bis 1600 m überflogen, wofür 60 Flugstunden notwendig sein werden.

Ausser im erweiterten Flughafengebiet «Kantonsgrenze im Westen, Stadel, Bülach, Embrach, Winterthur, Weisslingen, Dübendorf, Zürich, Birmensdorf» werden alle Flüge während den Tageszeiten durchgeführt. Die Flüge im erweiterten Flughafengebiet sind während des ordentlichen Tagesbetriebes nicht durchführbar, da aufgrund des heutigen Verkehrsaufkommens nur kleine Zeitfenster am Nachmittag zur Verfügung stehen. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat deshalb eine Ausnahmebewilligung für Nachtflüge erteilt. Somit können im erweiterten Flughafengebiet vom 17. März bis 30. April zwischen 23.30 Uhr und 2 Uhr Messflüge für das Laserscanning durchgeführt werden. Diese Bewilligung gilt für maximal 10 Nächte.

Befliegung Luftbilder

Ab Mitte Juni werden während eines Monats Messflüge für Luftbilder stattfinden. Diese Flüge erfolgen während des Tages in einer Höhe von 1800 m sowie im Tösstalgebiet und den Höhronen auf 2100 m. Insgesamt werden dafür 30 Stunden benötigt

«Raumentwicklung aktuell»: Schwerpunkt projektorientierte Raumplanung

Im April ist die dritte Ausgabe der Publikation «Raumentwicklung aktuell» erschienen. Das Schwerpunktthema zeigt auf, welche Impulse von einer projektorientierten Raumplanung ausgehen können.

In den kommenden Jahrzehnten werden die Bevölkerung und die Beschäftigten im Kanton Zürich weiter wachsen. Das Amt für Raumentwicklung hat sich zum Ziel gesetzt, dabei die ausgezeichnete Standort- und Lebensqualität des Kantons Zürich zu stärken und weiterzuentwickeln. Mit zukunftsweisenden Strategien sollen die Voraussetzungen für attraktive Siedlungs- und Landschaftsräume geschaffen sowie die Vielfalt und die Qualitäten im Kanton Zürich noch effektiver gefördert und besser erlebbar gemacht werden. Für die kommenden Jahre ist dabei ausschlaggebend, dass sich die einzelnen Gebiete im Kanton gemäss ihren Stärken weiterentwickeln können und entsprechende Akzente auf allen Planungsebenen gesetzt werden.

Die vorliegende dritte Ausgabe von «Raumentwicklung aktuell» zeigt in einem Schwerpunktthema auf, welche Impulse von einer projektorientierten Raumplanung ausgehen können. Dabei steht der Einbezug der Beteiligten in einen konstruktiven und lösungsorientierten Prozess im Vordergrund. Nebst dem Schwerpunkthema bietet das Heft erneut einen Einblick in die breite Palette von Aufgaben, die das Amt für Raumentwicklung täglich bearbeitet.

Arbeiten am Innovationspark Zürich schreiten voran

Der Kanton Zürich schafft in den kommenden Monaten die raumplanerischen, inhaltlichen und organisatorischen Grundlagen für das Generationenprojekt Innovationspark Zürich. In den letzten Monaten hat er deshalb die Arbeiten für den Innovationspark Zürich zielgerichtet vorangetrieben. Als erster raumplanerischer Schritt fand Ende 2013 die öffentliche Auflage zur Anpassung des kantonalen Richtplans statt.

Die Ergänzung des kantonalen Richtplans wurde vom 11. Oktober bis 9. Dezember 2013 öffentlich aufgelegt. Tangiert sind das Kapitel 4.3 «Öffentlicher Verkehr (Linienführung Erweiterung Glattalbahn)» und das Kapitel 6 «Öffentliche Bauten und Anlagen (nationaler Innovationspark, Gebietsplanung Hubstandort Dübendorf)». Knapp 400 Rückmeldungen – kritische wie auch positive – sind im Rahmen der öffentlichen Auflage eingegangen. Nach deren Auswertung wird der Regierungsrat dem Kantonsrat voraussichtlich bis Ende 1. Quartal 2014 eine Richtplanvorlage unterbreiten.

Im Februar wurden die Arbeiten für ein städtebauliches Gesamtkonzept aufgenommen. Es soll inhaltliche Eckwerte für einen nationalen Innovationspark und die öffentlichen Freiraumnutzungen enthalten. Gefordert ist eine Auseinandersetzung mit den Themen Städtebau, Dichteverteilung, Nutzungen, öffentliche Räume, Freiraumstrukturen und Verkehr. Auch sind die identitätsstiftenden Strukturelemente zu definieren und Aussagen zu Synergien mit den angrenzenden Quartieren zu machen. Das Konzept bildet die Basis für den kantonalen Gestaltungsplan, der im Sommer 2015 festgesetzt werden soll.

Raumplanungsbericht 2013: Qualität steht im Vordergrund

Raumplanungsbericht 2013

Der Regierungsrat erstattet dem Kantonsrat alle vier Jahre Bericht über den Stand der Raumentwicklung im Kanton Zürich. Der nun vorliegende neunte Raumplanungsbericht widmet sich der Qualität der räumlichen Entwicklung. Aufgaben und Lösungsansätze werden anhand von Themenschwerpunkten und konkreten Beispielen dargelegt. 

ÖREB-Kataster: Pilotphase hat begonnen

Die Schweiz errichtet einen Kataster mit den öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREB). Darin werden die für Grundstücke massgebenden behördlichen Einschränkungen systematisch dokumentiert und zentral veröffentlicht. Der Kanton Zürich ist einer der Pilotkantone in diesem nationalen Projekt, das am 24. Januar 2014 startete.

Wer in der Schweiz Land besitzt, kann dieses nicht einfach nutzen, wie er will. Er muss sich an die Rahmenbedingungen halten, die ihm der Gesetzgeber und die Behörden vorschreiben. Dabei sind diverse Gesetze, Verordnungen und behördliche Einschränkungen zu beachten. Weil verschiedene Behörden eine Rolle spielen, mussten die Informationen für ein Grundstück oft bei mehreren Ämtern zusammengetragen werden. Dem schafft der ÖREB-Kataster nun Abhilfe: Dort sind die wichtigsten Beschränkungen pro Grundstück zusammengefasst und für alle Interessierten übersichtlich dargestellt.

Im Kanton Zürich wird der Kataster in der ersten Etappe in der Stadt Zürich sowie in den vierzehn Gemeinden Dübendorf, Fällanden, Horgen, Kilchberg, Küsnacht, Oberrieden, Regensdorf, Rümlang, Thalwil, Volketswil, Wädenswil, Wangen-Brüttisellen, Wallisellen und Zollikon eingeführt. Die Pilotphase dauert bis Ende 2015. Die Ausdehnung über den ganzen Kanton erfolgt schrittweise ab 2016 bis Ende 2019.

Im ÖREB-Kataster werden in einer ersten Phase die 20 wichtigsten Eigentumsbeschränkungen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene aus den acht Bereichen Raumplanung, Nationalstrassen, Eisenbahnen, Flughäfen, belastete Standorte, Grundwasserschutz, Lärm und Wald erfasst. Der Kanton Zürich hat zu den vorgegeben 17 Themen des Bundes 3 zusätzliche Themen aufgenommen. Dabei handelt es sich um Themen zu Abstandslinien, die für die Bautätigkeit äusserst wichtig sind.

Zürich betreibt neben Genf und Neuenburg als einziger Kanton eine zentrale Infrastruktur für den ÖREB-Kataster. Dort werden die Themen in der Zuständigkeit des Kantons und der Gemeinden zentral verwaltet und ein Tool zur Bewirtschaftung bereit gestellt. Dadurch können Synergien optimal genutzt werden.

Denkmäler bedeuten Wertschätzung

Die besten Denkmalpfleger sind immer die Eigentümer. Sie sind es, die ihre Denkmäler pflegen, nicht die Ämter. Ist uns eigentlich bewusst, dass wir bloss Zwischennutzer über eine begrenzte Zeit sind?

Denkmäler sind rar: Es gibt im Kanton Zürich rund 300‘000 Gebäude. Nur etwas mehr als 4000 (ca. 1,3 Prozent) sind so gut, so wichtig oder so zeugenhaft, dass sich die kantonale Denkmalpflege darum kümmert. Denkmäler stehen nicht unter einer Käseglocke und gehören auch nicht auf den Ballenberg: An Denkmälern kann in der Regel problemlos weitergebaut werden. Es geht darum, Dinge zu ermöglichen und nicht zu verhindern.

Verbunden mit solchen Denkanstössen stellt die kantonale Denkmalpflege derzeit in den Vitrinen im Durchgang Walchetor in Zürich ihre Tätigkeiten vor. Ein Besuch lohnt sich.

Das englische Tafelsilber der «Villa Patumbah»

Die im Zürcher Seefeld gelegene «Villa Patumbah» erstrahlt seit diesem Sommer wieder in altem Glanz. Umgeben von einem prachtvollen Park, gehört dieses Meisterwerk des Historismus zu den wichtigsten Villenanlagen des ausgehenden 19. Jahrhunderts in der Stadt Zürich. Dank der Stiftung «Patumbah», seit 2006 Eigentümerin der Villa, konnte das Anwesen in den letzten Jahren mustergültig renoviert werden. Heute beherbergt das Schutzobjekt den Geschäftssitz des Schweizerischen Heimatschutzes. Die Sanierung der Villa barg eine Fülle von Entdeckungen, so kam neben verborgenen Malereien an Wänden und Decken im Laufe der Recherchen auch ein Teil des Tafelsilbers wieder zum Vorschein.

Die aussergewöhnliche «Villa Patumbah» verdankt ihre Entstehung dem Zürcher Kaufmann Karl Fürchtegott Grob (1823-1893). Auf Sumatra mit seinen Tabakplantagen reich geworden, kehrte er 1883 nach Zürich zurück und liess 1883–1885 in Zürich-Riesbach von den Architekten Alfred Chiodera (1850–1916) und Theophil Tschudy (1847–1911) einen prunkvollen Wohnsitz erbauen. Dem Zeitgeschmack entsprechend kombinierten die Architekten Stilelemente der Gotik, der Renaissance und des Rokoko sowie fernöstlich inspirierte Motive. Der Gartenkünstler Evariste Mertens (1846–1907) lieferte wenig später die prachtvolle Parkanlage dazu. Grob nannte seinen Alterssitz «Patumbah», was auf malaiisch «ersehntes Land» bedeutet.

1911 schenkten Grobs Erben das Anwesen dem Diakoniewerk Neumünster. Bis 1975 diente die Villa als Erholungs- und Altersheim für Damen. 1976 erwarb die Stadt Zürich die vom Abbruch bedrohte Villa und stellte sie unter Schutz. Im Sommer 2010 begannen die dringend notwendigen Renovationsarbeiten. Jahrzehntelang war der Unterhalt vernachlässigt worden. Von der Ausstattung der Villa ist im Laufe der Jahre daher so gut wie nichts erhalten geblieben.

Umso erstaunlicher ist es, dass die Kantonale Denkmalpflege bei der Recherche zur Baugeschichte auf das Silberbesteck der Villa Patumbah stiess. Der überraschende Fund beim Diakoniewerk Neumünster umfasst ein 18-teiliges Silberbesteck-Service bestehend aus Dessert- und Tafelmessern, Gabeln, kleinen und grossen Esslöffeln, sowie zwei Schöpflöffeln. Speziell ist, dass jedes Stück auf der Oberseite des Griffs den Namen «Patumbah» eingeprägt hat. Mit Hilfe des auf der Rückseite des Bestecks punzierten Firmenkennzeichens und eines Buchstabens liess sich jedes einzelne Stück in die Jahre 1937–1939 datieren.

Gefertigt wurde das Besteck durch die 1840 in Birmingham gegründete Silberschmiede George Richards Elkington, welche bis in die 1960er Jahre existierte. Diese bedeutende Manufaktur belieferte nicht nur die «Villa Patumbah», sondern war auch Tafelsilberlieferant für das britische Königshaus und für die Transatlantik-Schiffe der White Star Line, zu der auch die «Titanic» gehörte.

Merkblatt zu Weilerkernzonen

Weiler oder Kleinsiedlungen ausserhalb der Bauzone sind ein wichtiger Bestandteil des Landschaftsbildes. Durch ihre Lage, Struktur und Charakteristik prägen sie die ländlichen Gebiete im Kanton Zürich. Der Erhalt und Schutz solcher Kleinsiedlungen spielt daher eine wesentliche Rolle in der Raumentwicklung.

Das Amt für Raumentwicklung hat zur Unterstützung der Gemeinden und Planer sowie aller Beteiligten ein Merkblatt veröffentlicht, dass sich mit dem Thema Weilerkernzonen beschäftigt. Im Merkblatt werden unter anderem die Kriterien beschrieben, wann eine Siedlung als Weiler bezeichnet wird. Darüber hinaus wird anhand von Beispielen erläutert, unter welchen Bedingungen einem Weiler eine Kernzone zugewiesen werden kann und wie mit Hilfe einer ortsbaulichen Analyse sowie kommunalen und überkommunalen Inventaren die Eigenarten und Qualitäten erkannt und festgehalten werden können, die den jeweiligen Weiler auszeichnen.

Das Merkblatt zeigt auch, wie die Charakteristik des Weilers durch eine zielgerechte Anpassung der Bau- und Zonenordnung erhalten wird. Durch die Berücksichtigung der Analyse bei der Überarbeitung der Vorschriften und in einem detaillierten Kernzonenplan können die Schutzziele ortsspezifisch und grundeigentümerverbindlich festgelegt werden. Diese Massnahmen fördern die innere Entwicklung des Weilers unter Berücksichtigung der Schutzziele und bieten den Gemeinden die Möglichkeit, diese Entwicklung durch konkrete Vorgaben gezielt und effektiv mitzugestalten.

Dritte Phase des Projekts «Zukunft Kasernenareal Zürich»

Der Kanton und die Stadt Zürich klären gemeinsam die Frage nach der künftigen Nutzung des Kasernenareals ab. Im September begannen sie die dritte Projektphase mit den Arbeiten an einer Machbarkeitsstudie. Sie bildet eine der Grundlagen für den abschliessenden Masterplan.

Das Kasernenareal ist im Besitz des Kantons Zürich. Aufgrund seiner Lage und Grösse stellt es für die Stadtentwicklung ein Schlüsselareal dar. Umso wichtiger ist die Abklärung der weiteren Nutzung, wenn die Polizei das Areal 2018 verlassen wird. Im Projekt «Zukunft Kasernenareal Zürich» führen Kanton und Stadt Zürich deshalb gemeinsam eine Gebietsplanung durch.

Der Prozess gliedert sich in drei Phasen. Nach einer sorgfältigen Auslegeordnung durch Kanton und Stadt Zürich konnte die Bevölkerung ab April 2013 innerhalb eines öffentlichen Beteiligungsverfahrens ihre Bedürfnisse und Vorstellungen einbringen. An der dritten Veranstaltung nutzten im September rund 90 Interessierte die Gelegenheit, konstruktiv am Prozess teilzunehmen sowie die bisherigen Ergebnisse und das weitere Vorgehen zu kommentieren.

In der gestarteten dritten Phase wird eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Darin sollen die von Bevölkerung, Stadt und Kanton eingebrachten Nutzungsbedürfnisse und -ideen überprüft werden. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie bilden eine Grundlage für den so genannten Masterplan, der im Frühjahr 2014 im Entwurf vorliegen soll. Er verfolgt das Ziel, eine übergeordnete, gemeinsame Vorstellung für die zukünftige Nutzung des Areals zu schaffen und deren Umsetzung vorzubereiten.

Gebietsplanung für die Entwicklung der ZHAW in Wädenswil

Die Gebietsplanung zum Hochschulstandort Wädenswil ist abgeschlossen. Sie stellt für die Projektpartner Kanton Zürich, ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Stadt Wädenswil die Planungsgrundlage für die Entwicklung der ZHAW in Wädenswil dar und enthält Hinweise zur Entwicklung aller Bildungs- und Forschungseinrichtungen in der Stadt.

Die ZHAW als grösste Hochschule der Zürcher Fachhochschulen hat sich am Standort Wädenswil in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt. Allerdings fehlten bisher ganzheitliche Perspektiven betreffend ihrer Weiterentwicklung.

Vor diesem Hintergrund fand unter der Federführung des Amts für Raumentwicklung ab Frühjahr 2011 die Gebietsplanung Hochschulstandort Wädenswil statt. Künftig soll das Reidbach-Areal, zu dem seit September 2013 auch das Sträuli-Areal gehört, zusammen mit dem Areal Grüental den neuen Hochschul-Campus Wädenswil bilden. Dabei ist das Reidbach-Areal der neue Hauptstandort der ZHAW in Wädenswil. Die Berufsschule des Strickhofs wird ins Areal Grüental verlegt, das gleichzeitig eine langfristige strategische Reserve für die ZHAW darstellt. Die Grünanlagen der ZHAW sind weiterhin im Areal Grüental.

Festgestellt wurde dabei auch, dass die heutigen Verbindungen des öffentlichen Verkehrs innerhalb der Stadt der künftigen Entwicklung der ZHAW in Wädenswil nicht mehr gerecht werden können. Darum sollen sie substanziell verbessert werden, wobei die beste Lösung noch zu definieren ist. Mittelfristig wird eine neue Haltestelle Reidbach an der SOB-Linie angestrebt.

Der Kanton Zürich, die Stadt Wädenswil und die ZHAW haben für den weiteren Prozess ein gemeinsames Koordinationsgremium geschaffen. Dieses beurteilt einmal pro Jahr den Arbeitsfortschritt, bestimmt die nächsten Schritte und definiert allfällige neue Themen.

«Raumentwicklung aktuell» mit Schwerpunkt Inventare

Anfang September ist die zweite Ausgabe der neu aufgemachten Publikation «Raumentwicklung aktuell» erschienen. Denkmalschutzinventar, ISOS, kantonales Ortsbildinventar – das Schwerpunktthema bringt Licht ins Dunkel und zeigt, wie die Schutzziele der Inventare sinnvoll in die Nutzungsplanung der Gemeinden einfliessen können.

Ein zentrales Anliegen der Raumplanung im Kanton Zürich ist es, einen Beitrag zur Baukultur zu leisten. Der Begriff «Baukultur» umfasst dabei die Sicherung und Weiterentwicklung des baukulturellen Erbes sowie ein qualitätsvolles Planen und Bauen unter Berücksichtigung der Geschichte, der Umgebung und aktueller Anforderungen wie z.B. Energieeinsparung und haushälterischer Bodennutzung.

Die zweite Ausgabe von «Raumentwicklung aktuell» zeigt, wie wichtig Inventare und deren Umsetzung als Fundament für diesen Prozess sind, und gewährt einen Einblick in die Arbeit an und mit Inventaren. Denn nur wenn die Identität erhalten wird, kann trotz der dynamischen Entwicklung und den Herausforderungen, die in Zukunft zu bewältigen sind, die Baukultur gesichert und gesteigert werden.

Nebst dem Schwerpunkthema bietet das Heft erneut einen Einblick in die breite Palette von Aufgaben, die das Amt für Raumentwicklung täglich bearbeitet.

Ausgrabungen am Gubrist – ein Gang durch die Jahrhunderte

Die Kantonsarchäologie führt im Auftrag des Bundesamts für Strassen ASTRA am Gubrist in Regensdorf-Watt umfangreiche archäologische Ausgrabungen durch. Auf dem Areal wird für den Ausbau der Nordumfahrung ein Installationsplatz eingerichtet.

Die Fundstelle befindet sich am Fuss des Gubrists in einer alten Kulturlandschaft. Seit 2009 konnten die Archäologen in drei Kampagnen auf einer Fläche von rund 10‘000 m2 aufschlussreiche Überreste unserer Vorfahren aus der Zeit von etwa 3000 v.Chr. bis ins 10./11. Jh. n.Chr. freilegen. Eine vierte Etappe ist geplant.

Die ältesten Spuren, einfache Gruben, dürften in die späte Jungsteinzeit (2800–2500 v.Chr.) datieren. Ein Steinbeil ist noch etwas älter. Verschiedene Pfostengruben von Holzbauten sowie Brand- und Abfallgruben weisen auf Siedlungen der Früh- und der Spätbronzezeit hin (um 2000 v.Chr., 11. Jh. v.Chr.).

In der jüngeren Eisenzeit (3.–1. Jh. v.Chr.) – der Zeit der Kelten – wurde das Areal als Bestattungsplatz genutzt. Die Skelette haben sich im Boden allerdings nicht erhalten. Den Toten wurden teilweise Beigaben ins Jenseits mitgegeben. Bemerkenswert ist eine verzierte Glasperle, die kürzlich in einer mutmasslichen Grabgrube gefunden wurde (Bild). Die wohl als Anhänger verwendete Perle weist einen Durchmesser von 2,6 cm auf und lässt sich um 250 v.Chr. datieren. Sie lag neben stark zerfallenen Eisenstücken, wohl Resten einer Fibel, und einer Art Sicherheitsnadel, welche die Stoffe der Kleidung der Toten zusammenhielt.

Massive Fundamente von drei Grabmonumenten zeigen, dass im Areal auch in römischer Zeit (1.–3. Jh. n.Chr.) bestattet wurde. Die Monumente – die ersten in der Ostschweiz – standen an einer Strasse und in der Nähe von Gewerbebauten. Über der Kofferung der römischen Strasse lag ein Steinhorizont, der sich über Hufeisenfunde ins 10./11. Jh. n.Chr. datieren lässt. Mit der darüber liegenden, bis zu einem Meter mächtigen Überdeckung werden vielleicht die Folgen umfangreicher Rodungen im Hochmittelalter gefasst.

Denkmalpflege unterstützt Sanierung am Palais Rechberg

Die Kantonsverfassung fordert in Art. 71 lit. c vom Regierungsrat, den Kanton Zürich nach innen und aussen zu vertreten. Damit diese wichtige Aufgabe vor standesgemässer Kulisse wahrgenommen werden kann, wird am Hirschengraben in Zürich das barocke Palais Rechberg mit Nebengebäude und Garten rundum erneuert.

Wenn künftig «der Besuch von wichtigen Gästen droht, die zuerst ein- und später wieder austrudeln» (so formulierte es einst Alt-Regierungsrat Markus Notter), dann wird der elegante Barockpalast dem Art. 71 lit. c sicher mehr als nur gerecht werden.

Der Kanton hat Vorbildfunktion. Deshalb werden die aktuellen Massnahmen am eigenen Gebäude – Reparaturen, Modernisierungen, Auffrischungen, Umbauten – im engen Einvernehmen und mit Unterstützung der Denkmalpflege ausgeführt.

Das «Haus zum Rechberg», während seiner Bauzeit 1759–1770 noch als «Haus zur Krone» benannt, ist ein staatlicher und zweifellos auch ein stattlicher Bau. Er ist aber kein einmaliger Bau, denn in Zürich steht andernorts ein zum Verwechseln ähnlicher Palast: Das Zunfthaus zur Meisen, zwischen Limmat und Münsterhof gelegen, wurde 1757 durch denselben Baumeister, David Morf, errichtet.

Wegleitung zum Geoinformationsrecht

Per 1. November 2012 tritt das kantonale Geoinformationsgesetz (KGeoIG) in Kraft. Eine Wegleitung der Abteilung Geoinformation unterstützt die zuständigen Stellen der kantonalen Fachstellen und Gemeinden bei der Einführung des neuen Geoinformationsrechts.

Daten mit einem räumlichen Bezug haben in der heutigen Informations- und Wissensgesellschaft eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung. So bilden Geoinformationen die Grundlage für den Raum betreffende Planungen und Entscheidungen aller Art. Sie werden sowohl in der Verwaltung und der Politik, als auch in der Wirtschaft, der Wissenschaft oder im Privatbereich benötigt.

Die Inkraftsetzung des kantonalen Geoinformationsgesetzes erfolgt zusammen mit vier Ausführungsverordnungen. Sie bringen neue rechtliche Bestimmungen für folgende Bereiche: Geodaten des Kantons und der Gemeinden, amtliche Vermessung, Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREB-Kataster), Leitungskataster sowie Geodienste und Geografische Informationssysteme.

Die Abteilung Geoinformation hat zum KGeoIG eine Wegleitung erarbeitet. Nebst detaillierten Ausführungen ist darin jeweils zu jedem Themenbereich der konkrete Handlungsbedarf für die zuständigen Stellen übersichtlich zusammengefasst. Damit werden die Behörden sowie Fachpersonen der kantonalen Fachstellen und Gemeinden bei der Einführung und Umsetzung des neuen Geoinformationsrechts unterstützt. Zudem richtet sich die Wegleitung auch an Dritte, wenn der Kanton und die Gemeinden Aufgaben an diese übertragen haben.

Archäologische Prospektion am Husemersee

Am Husemersee in der Gemeinde Ossingen wurden am Ende des Ersten Weltkrieges beim Torfabbau die Spuren einer jungsteinzeitlichen Pfahlbausiedlung entdeckt. 1918 und 1920 wurde ein Teil der Siedlung ausgegraben. Die Überreste stammen von Menschen, die vor rund 5000 Jahren das Weinland besiedelten, Getreide anbauten und Viehwirtschaft betrieben.

Spuren von Pfahlbausiedlungen finden sich an den Zürcher Seen in grosser Zahl. Diese Überreste sind einmalige Zeugen der Lebensweise in der Jungsteinzeit und der nachfolgenden Bronzezeit. Einzelne Fundstellen am Zürich-, Greifen- und Pfäffikersee sind seit 2011 sogar Weltkulturerbe der UNESCO. Wieviel von dem urgeschichtlichen Pfahlbaudorf am Husemersee jedoch noch erhalten ist, ist bis heute unklar, denn während des Zweiten Weltkriegs wurde dort erneut Torf gestochen.

Eine Abschlussarbeit an der Universität Zürich war nun für die Kantonsarchäologie der Anlass, am Husemersee nähere Abklärungen zur Erhaltung der Pfahlbaufundstelle zu treffen. Im Frühjahr 2013 wurden deshalb Trockeneissondierungen durchgeführt. Dieses Verfahren ist ressourcenschonend und wenig belastend für die Umgebung. Das war auschlaggebend, denn der Husemersee und seine Umgebung stehen unter Naturschutz und sind ein wichtiges Naherholungsgebiet. Deshalb wurden die Sondierungen nach Absprache mit der kantonalen Fachstelle für Naturschutz und der Gemeinde noch vor der Vegetationsperiode durchgeführt.

Dank der Sondierungen konnte festgestellt werden, dass Reste der Siedlung noch immer im Torf verborgen liegen. In den Bohrkernen zeichnen sich zwischen den hellen Schichten von Seekreide die dunklen Siedlungsschichten mit viel organischem Material deutlich ab. Die noch laufenden Auswertungen werden weitere Ergebnisse liefern. Ausgrabungen zur Bergung der urgeschichtlichen Pfahlbauten sind aber nicht vorgesehen. Dank dem Naturschutzgebiet ist auch die archäologische Fundstelle gut geschützt. Je besser die Kenntnis einer archäologischen Fundstelle aber ist, umso gezielter kann auch sie geschützt und als Kulturdenkmal einer frühen Zeit für die Nachwelt erhalten werden.

Merkblätter zur Siedlungsqualität

Der haushälterische Umgang mit dem Boden erfordert zunehmend eine Entwicklung der Siedlungen nach innen. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass die Qualität der Siedlungen erhalten bzw. gesteigert werden kann. Die Abteilung Raumplanung hat für die Gemeinden, Architekten, Planer und Bauwilligen zwei Merkblätter zu den Themen «Siedlungsqualität» und «Gestaltungspläne» verfasst.

Der Begriff Siedlungsqualität ist nicht abschliessend definierbar. Er umfasst vielmehr verschiedene Themen wie Sicherheit, Einkaufsmöglichkeiten, Immissionen, soziale Zusammensetzung, aber auch bauliche Qualitäten. Siedlungsqualität wird zudem subjektiv unterschiedlich empfunden. Mit den Instrumenten der Raumplanung lassen sich die Aspekte der Siedlungsqualität mit unterschiedlicher Wirkung beeinflussen. Sie eignen sich vor allem, die baulichen Qualitäten einer Siedlung positiv zu steuern.

So beeinflusst ein Gestaltungsplan vor allem die strukturelle Qualität und die Projektqualität. Auch wenn dies nicht explizit gesetzlich geregelt ist, so zielt der Gestaltungsplan dennoch auf eine über die Gestaltungsanforderungen von § 238 PBG hinausgehende Qualität ab. Gestützt auf detaillierte Analysen lassen sich die gewünschten Qualitätsmerkmale konkret umschreiben. Dazu gehören beispielsweise die Gestaltung, die Nutzungskombinationen, die Rücksichtnahme auf bestehende Gebäude oder die Bepflanzung.

ISO-Zertifizierung der Fachstelle Datenlogistik ZH

Innerhalb der kantonalen Verwaltung sowie in der Zusammenarbeit mit den 171 Gemeinden des Kantons und dem Bund werden täglich enorme Mengen elektronischer Daten ausgetauscht. Dabei verlässt sich der Kanton Zürich auch auf eigene Ressourcen: die Fachstelle Datenlogistik ZH.

Sie ist eine der wichtigen Datendrehscheiben, insbesondere im Bereich der Gebäude- und Personendaten. Darüber hinaus stellt sie quer durch die kantonale Verwaltung ein System für den vollautomatischen Datentransport und den WebTransfer für den Austausch beliebiger Daten sicher. Entsprechend müssen höchste Standards bezüglich Qualität und Sicherheit garantiert sein.

Dies ist nun (erneut) offiziell bestätigt: Die Schweizerische Vereinigung für Qualitäts- und Managementsysteme hat die Fachstelle Datenlogistik ZH nach ISO 9001 (Qualitätsmanagementsystem) und ISO 27001 (Informationssicherheits-Managementsystem) auditiert und bestätigt, dass sie die Zertifizierung nach 2009 erneut bestanden hat.

Erstmals hat die Fachstelle zusätzlich zu den bestehenden ISO-Zertifikaten auch ihr Da-tenschutzmanagementsystem nach VDSZ (Bundesverordnung für die Datenschutzzertifizierung) auditieren lassen. Dies ebenfalls mit Erfolg, womit sie nun über ein zertifiziertes Datenschutzmanagementsystem verfügt.

Begehung der Landesgrenze

Staatsverträge zwischen der Schweiz und Deutschland sind zuweilen ein brisantes Thema. Ein Staatsvertrag aus dem Jahr 1893 hält fest, dass die zuständigen Behörden die Landesgrenze alle sechs Jahre einer Revision zu unterziehen haben. Auch der Weltkrieg konnte die Behörden 1942 nicht von dieser Begehung abhalten (siehe Bild).

Im April 2013 ist es wieder soweit: Rund 300 Grenzzeichen zwischen dem Kanton Zürich und dem Bundesland Baden-Württemberg müssen auf ihren Zustand kontrolliert werden. Gemeinsam mit den jeweiligen Gemeindevertretern, den Vertretern des kantonalen Amts für Raumentwicklung, des Bundesamts für Landestopographie und der Grenzwacht von Schweizer Seite sowie den Vertretern der Zollverwaltung und des Landratsamts Waldshut von deutscher Seite werden der Zustand der Grenzzeichen dokumentiert und allfällige Mängel behoben.

Kasernenareal: Ideen aus der Bevölkerung gefragt

Kanton und Stadt Zürich planen gemeinsam die künftige Nutzung des Kasernenareals. Nach einer sorgfältigen Auslegeordnung beginnt mit den öffentlichen Veranstaltungen die zweite Phase des Prozesses. Dabei kann die Bevölkerung ihre Ideen und Vorstellungen einbringen.

Voraussichtlich 2018 zieht die Kantonspolizei in das neue Polizei- und Justizzentrum. Damit nach dem Umzug der heutigen Nutzer auf dem Kasernenareal keine leeren Gebäude stehen, arbeiten der Kanton Zürich als Grundeigentümer und die Stadt zusammen, um Nutzungsideen zu finden, die im Interesse aller sind.

Rahmenbedingungen beachten

Wie die künftige Nutzung aussehen soll, ist offen. Trotzdem sind die geltenden politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu beachten, damit die Ideen zur Entwicklung des Areals umsetzbar sind. Deshalb haben Kanton und Stadt Leitplanken festgelegt: Alle Objekte auf dem Kasernenareal – ausser den Provisorien – stehen unter Denkmalschutz und sind entsprechend zu erhalten. Spielräume bei allfälligen Umnutzungen sind jedoch vorhanden.

Auch die bestehenden Freiräume Kasernenwiese und Zeughaushof sind zu erhalten. Zudem soll das Areal für die Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Schliesslich muss über das ganze Kasernenareal gesehen die wirtschaftliche Tragbarkeit gewährleistet sein.

Öffentliches Beteiligungsverfahren

Am 6. April erfolgt der erste Schritt des öffentlichen Beteiligungsverfahrens. Die Bevölkerung kann sich an dieser Veranstaltung auf unterschiedliche Weise einbringen – beispielsweise an einem dreistündigen Workshop oder einem 45-minütigen Tischgespräch. Die Resultate werden an weiteren öffentlichen Anlässen vertieft. Ziel ist, die unterschiedlichen Vorstellungen der Bevölkerung zu erfassen. Aus den verschiedenen Ideen sollen zusammen mit den Teilnehmenden diejenigen Stossrichtungen formuliert werden, zu denen eine gemeinsame Haltung besteht. Die Ergebnisse der öffentlichen Veranstaltungen bilden eine Grundlage für den Masterplan «Zukunft Kasernenareal Zürich», der bis im Frühjahr 2014 vorliegen soll.

Raumentwicklung aktuell: Name ist Programm

Uster - Eschenbüel

Die erste Ausgabe der neu aufgemachten Publikation «Raumentwicklung aktuell» ist erschienen. Damit findet eine Publikationsreihe ihre Fortsetzung, die 1964 unter dem Titel «Regionalplanung im Kanton Zürich» lanciert wurde.

In der Folge hat es sich unter wechselndem Namen in 25 Ausgaben mit Themen rund um die Raumplanung befasst. Vor rund fünf Jahren ist es als «Raumbeobachtung Kanton Zürich» letztmals erschienen.

Nach einem Unterbruch findet die Publikationsreihe jetzt ihre Fortsetzung. «Raumentwicklung aktuell»: der Name soll Programm sein. Schlank in der Aufmachung, dafür mit halbjährlichem Erscheinungszyklus soll das Heft die Diskussion von raumplanerisch relevanten Themen durch hohe Aktualität zeitnah ermöglichen, Fragen aufwerfen und Lösungen vorschlagen.

Im Fokus wird jeweils ein Schwerpunkthema stehen, das sich vertieft mit einer aktuellen raumplanerischen Fragestellung auseinandersetzt. Die vorliegende Ausgabe stellt den Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen, kurz ÖREB-Kataster, in den Mittelpunkt. Daneben bietet das Heft aber auch Platz für einen Einblick in die breite Palette von Aufgaben, die das Amt für Raumentwicklung täglich bearbeitet.

Vernehmlassung Umsetzungsvorlage Kulturlandinitiative

Uster - Eschenbüel

Der Regierungsrat hat einen Entwurf der Umsetzungsvorlage zur Kulturlandinitiative in die Vernehmlassung gegeben.

Im kantonalen Planungs- und Baugesetzes (PBG) sollen einerseits ein Kompensationsgrundsatz für landwirtschaftlich wertvolle Flächen, eine einheitliche Abstandsregel Bauzonen / Nichtbauzonen und Bestimmungen zur Inanspruchnahme von Landwirtschaftsgebiet für nichtlandwirtschaftliche öffentliche Aufgaben und andere spezielle Nutzungen aufgenommen werden. Anderseits soll die Richtplanung mit ergänzenden Vorgaben zu den regionalen und kommunalen Richtplänen und dem Verzicht auf Bauentwicklungsgebiete gestärkt werden. Die Vernehmlassung dauerte vom 28. Januar bis zum 29. März 2013. Die entsprechenden Unterlagen sind auch unter www.vernehmlassungen.zh.ch einsehbar.

Prähistorische Abfallentsorgung

Auf einer Baustelle in Regensdorf-Watt wurden Scherben von Tongefässen gefunden. In Absprache mit der Bauherrschaft fand die Ausgrabung der rund 3500 Jahre alten Fundstücke parallel zu den laufenden Bauarbeiten statt.

Anfang August 2012 entdeckte ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Kantonsarchäologie Zürich auf einer Baustelle in Regensdorf-Watt auffällige Scherben, die nur wenig unter dem abgebaggerten Humus aus der Erde blickten. Er meldete seine Beobachtung umgehend der Kantonsarchäologie, deren Mitarbeiter die Tongefässfragmente als Bruchstücke bronzezeitlicher Gefässe erkannten.

Der Fundplatz befindet sich an der Nordseite des Furttals im Randbereich eines heute nicht mehr existierenden Feuchtgebiets, das in einer seit Jahrtausenden intensiv besiedelten und genutzten Kulturlandschaft liegt. Zwar ist im unmittelbaren Bereich des Scherbenteppichs noch keine zeitgleiche Siedlung gefunden worden. In der näheren Umgebung befinden sich jedoch Fundstellen aus unterschiedlichen Phasen der Bronzezeit, zu denen auch Gräber und Reste eines Dorfes gehören. Möglicherweise wurde der Keramikschutt von den Bewohnern eines naheliegenden Dorfes an diese Stelle geschüttet, um den feuchten Untergrund besser begehbar zu machen.

Die Gefässfragmente bildeten eine Art Scherbenteppich, der sich auf einer Fläche von 1,8 x 2,5 Metern ausdehnte und zu den Seiten hin etwas ausdünnte. Da sich einzelne der Scherben in Machart und Verzierung weitgehend entsprechen, vermuten die Archäologen, dass es sich um fast vollständige Gefässe handelt. Einige Scherben waren stark verbrannt und durch Hitzeeinwirkung verformt. Die Gefässe könnten in der Bronzezeit bei einem Feuer zerstört und in der Folge als Abfall entsorgt worden sein. Es fanden sich auch einige Hüttenlehmbrocken und bearbeitete, durch Hitze teilweise stark zersprungene Steine. Holzkohle, die zwischen den Scherben gefunden wurde, konnte mittels der «Kohlenstoff C-14»-Methode in die Zeit des späten 17. und späten 15. Jahrhunderts v. Chr. datiert werden.

Faktenblatt zu jeder Zürcher Gemeinde

Der Kanton Zürich hat viele Gesichter: Geschäftige Städte, lebendige Dörfer, ländliche Weiler und beschauliche Streusiedlungen. Jede Gemeinde im Kanton hat ihren ganz eigenen Charakter. Das Faktenblatt liefert dazu den Steckbrief und stellt die wichtigsten Indikatoren zu Bevölkerung und Beschäftigten, Bauzonen und Geschossflächenreserven vor.

Rationales Entscheiden und Handeln im Planungsprozess ist nur aufgrund hinreichender sachlicher Informationen möglich. Das Amt für Raumentwicklung entwickelte daher bereits in den 1970er-Jahren die erforderlichen Instrumente zur Gewinnung und Analyse räumlicher Informationen. Damit verfügt es heute über die notwendigen Zeitreihen, mit denen sich räumliche Entwicklungen verfolgen lassen. Die Erkenntnisse der Raumbeobachtung fliessen laufend in die Planungsarbeit ein, werden aber auch Behörden aller Stufen zur Verfügung gestellt.

GIS-Browser in neuem Kleid

Der GIS-Browser des Kantons Zürich präsentiert sich in einem neuen Kleid. Neben der benutzerfreundlichen Gestaltung wurde die Web-Infrastruktur von Grund auf neu entwickelt.

Rund 80 Prozent aller Entscheidungen im politischen, wirtschaftlichen und privaten Leben haben einen räumlichen Bezug. Wir alle greifen, bewusst oder unbewusst, in unserem Alltag regelmässig auf Geoinformationen zu.

Der Kanton Zürich betreibt ein umfangreiches Geoinformations-System (GIS-ZH), das auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Der GIS-Browser als zentrales Visualisierungstool der Geodaten bietet in mehr als 100 thematischen Karten eine Fülle von Informationen zu jedem beliebigen Flecken im Kanton. Die Themengruppen umfassen Karten aus Bereichen wie Boden, Wasser, Luft, Vegetation, Verkehr oder Siedlung. Auch für Privatpersonen liefert der GIS-Browser Antworten auf unzählige Fragen wie zum Beispiel:

– Ist mein Quartier hochwassergefährdet?

– Wo hat es im Kanton Zürich archäologische Fundstellen?

– Wie hoch ist die Luftbelastung in meiner Umgebung?

– Wie ist die Altersstruktur in meinem Wohnquartier?

– etc.

Die neue GIS-Browser-Oberfläche kommt den heutigen Wünschen und Sehgewohnheiten entgegen und sorgt für eine einfachere und intuitivere Bedienung. Er ist unter der Adresse
http:// maps.zh.ch aufgeschaltet. Vorerst ist rund ein Drittel der thematischen Karten im neuen GIS-Browser verfügbar. Die weiteren Karten sind noch über die alte Benutzeroberfläche zugänglich und werden in den kommenden Wochen und Monaten schrittweise in die neue Benutzeroberfläche migriert.

Gesamtkonzept Hardwald ist abgeschlossen

Gemäss kantonalem Richtplan sind Gesamtkonzepte zu erarbeiten, wenn in einer Geländekammer an mehr als an einem Ort Kies abgebaut werden soll. Damit stellt der Kanton sicher, dass flächendeckende Konzepte als Grundlage für die Nutzungsplanung vorliegen. Sie sollen zwei Aspekte aufzeigen: einerseits die Abstimmung von Abbau und Wiederauffüllung inklusive Transport, anderseits die Endgestaltung der einzelnen Teilflächen.

Unter der Federführung des Amtes für Raumentwicklung wurde erstmals nach dem Auftrag durch den Kantonsrat (2009) ein Gesamtkonzept erarbeitet – und zwar für das Gebiet Hardwald (Gemeinden Volketswil und Uster). Die darin dargestellten Transportströme für Kies und Aushub zeigen auf, dass die Region unterversorgt ist (Kies) beziehungsweise, dass ein Export von Aushubmaterial in andere Regionen stattfindet (v.a. Unterland). Die möglichst schnelle Erarbeitung der anstehenden Gestaltungspläne Freudwil-Hooggen und Näniker Hard kann einen Beitrag an die gewünschte Reduzierung der Transportdistanzen leisten.

Die geforderte Verknüpfung der neuen Abbaugebiete mit den bestehenden soll bewirken, dass die offenen Grubenflächen in etwa konstant bleiben. Im Bericht sind zudem die Gründe für eine Waldrodung im Gebiet Hardwald dargelegt. Allerdings wird eine definitive Rodungsbewilligung erst in Koordination mit der Festsetzung des Gestaltungsplans erteilt. Schliesslich zeigt das Gesamtkonzept auf, dass die bestehenden erholungs- und landschaftsrelevanten Festlegungen und Konzepte in die Gestaltungspläne eingebunden werden können und einem Kiesabbau nicht im Wege stehen.

Städteforum als Austauschplattform

Zwei Mal pro Jahr führt das Amt für Raumentwicklung ein «Städteforum» durch. Diese Plattform dient dem Austausch mit den Planungsver-antwortlichen der Städte des Kantons Zürich.

Das Städteforum wurde im Jahr 2011 ins Leben gerufen. Ziel der halbjährlich stattfindenden Zusammenkunft ist, positive Beispiele in der Stadtentwicklung aufzuzeigen und diejenigen Behörden zu vernetzen, welche für die Planungsfragen zuständig sind. Die Austauschplattform soll aber auch die Gelegenheit bieten, die Zusammenarbeit zwischen dem Kanton und den Gemeinden zu kultivieren. Eingeladen werden jeweils die Planungsverantwortlichen der Zürcher Gemeinden mit mehr als 10‘000 Einwohnern in den urbanen Handlungsräumen gemäss kantonalem Raumordnungskonzept (ROK).

Die dritte Austragung des Städteforums führte im Juni ins Limmattal nach Schlieren und Dietikon. Manuel Peer, Leiter Bau und Planung Schlieren, sowie Jürg Bösch, Leiter Stadtplanungsamt Dietikon, zeigten in ihren Referaten und mit einem Augenschein vor Ort die Entwicklungsdynamik ihrer Städte auf. Für das nächste Städteforum im Herbst 2012 ist ein ganztägiges Kolloquium geplant. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwiefern die geltenden gesetzlichen Bestimmungen die Bestrebungen zur Siedlungsentwicklung nach innen unterstützen oder diesen zuwiderlaufen.

Grenzsteine als bedeutendes Kulturgut

Seit 2008 erfasst ein Historiker im Auftrag der kantonalen Denkmalpflege den historischen Zürcher Grenzsteinbestand im Rahmen eines Kurzinventars. Seit der ersten Erfassung vor knapp 50 Jahren sind zahlreiche wertvolle Steine verschwunden oder ersetzt worden.

Alte Grenzsteine sind ein faszinierendes Kulturgut und wertvolle Zeugen der Geschichte zugleich. Ihr Verschwinden bedeutet immer einen unwiederbringlichen Verlust an Geschichtswissen und an Vielfalt. Viele Steine – teilweise mit Jahreszahl und Wappen verziert – sind kleine Kunstwerke und eher wenig beachtete Elemente unserer Kulturlandschaft. Die ältesten bekannten Zürcher Grenzsteine gehen in die Mitte des 16. Jahrhundert zurück.

Grenzen von Grundbesitz oder von Herrschaftsgebieten wurden meist dann vermessen und markiert, wenn der genaue Verlauf festgelegt werden musste, eine Grenzbeschreibung und natürliche Grenzzeichen aber zu wenig eindeutig waren. Der Stein oder ein anderes Grenzzeichen bildeten und bilden bis weit in unsere Zeit das eigentliche und massgebliche Rechtsdokument. Grenzsteine sind also genauso wertvolle Geschichtsquellen wie Archivdokumente. Besonders wichtige Grenzen erhielten jeweils grössere und teilweise sehr schön gestaltete Steine.

Der Bestand ist vor allem in den 1970er und 1980er Jahren als Folge von Meliorationen und Güterzusammenlegungen arg dezimiert worden. Die «Hauptfeinde» sind neben dem sauren Regen, der den natürlichen Zerfall vor allem beim Sandstein beschleunigt, die verschiedenen landwirtschaftlichen Maschinen.

Bisher sind in der nördlichen Kantonshälfte rund 1000 Grenzsteine nach einheitlichen Kriterien aufgenommen worden. Bei vielen handelt es sich um Neuentdeckungen aus dem 18. und vor allem 19. Jahrhundert. Nach der Bearbeitung der verbleibenden Gebiete des Kantons in den kommenden Jahren sollen die wertvollsten Steine ins Inventar der Schutzobjekte von überkommunaler Bedeutung aufgenommen werden, um sie für die Nachwelt zu sichern.

Start zur SVO Uetliberg erfolgt

Gemäss kantonalem Richtplan ist für das Gebiet Uetliberg/Albiskette eine Schutz-verordnung (SVO) zu erarbeiten. Es handelt sich um eine Landschaft von nationaler Bedeutung, wobei für Teilgebiete bereits diverse Schutzverordnungen erarbeitet worden sind. Einige bleiben unverändert bestehen (SVO Türlersee, SVO Aeugst, SVO Sihlwald), solche älteren Datums werden überprüft und in einer übergeordneten Schutzverordnung Uetliberg-Albiskette integriert. Die Startsitzung des Projektteams fand anfangs Mai 2012 statt.

Mit Schutzverordnungen werden Gebiete eigentümerverbindlich gesichert. Der kantonale Richtplan legt die Vorgaben für eine SVO fest: «Der Kanton erlässt für Landschaftsschutz-gebiete von kantonaler Bedeutung Schutzverordnungen bzw. überprüft die bestehenden Schutzverordnungen und passt sie wenn nötig an. Dies erfolgt unter frühzeitigem Einbezug und in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden, Grundeigentümern, Bewirtschaftern, verschiedenen Interessengruppen und der Bevölkerung.»

Schutzverordnungen bestehen aus einem Text, einem Plan und einer allfälligen Wegleitung. Der SVO-Text unterteilt sich inhaltlich in einen Vorspann, in dem die Schutzobjekte und ihre besonderen Werte beschrieben werden, eine Auflistung der Objekte, die Schutzzonen, die Schutzziele, die Schutzanordnungen, die Pflege- und Ausnahmebestimmung sowie eine Rechtsmittelbelehrung.

Zuerst den nördlichen Teil erarbeiten

Die Erarbeitung der Schutzverordnung für das Gebiet Uetliberg/Albiskette beginnt mit dem nördlichen Teil des Uetlibergs. Die bestehenden Schutzverordnungen sollen dabei nur soweit wie notwendig angepasst werden. Ein Grundsatz ist zudem die einheitliche Anwendung der Schutzziele und Festlegungen.

Sowohl nördlich wie auch südlich wechseln sich an den Hanglagen unterschiedliche Waldgesellschaften ab. In den Steillagen handelt es sich um naturkundlich bedeutende Waldstandorte, deren Krautschicht artenreich ist. Am Südhang und vereinzelt auch am Nordhang sind diese ausgedehnten Wälder mit geschützten Ried- und Trockenwiesen durchsetzt, die offenen Landschaftsschutzgebiete werden vornehmlich als Weideflächen genutzt.

 Im Laufe des Sommers werden die naturnahen Elemente (ausgewählte Waldstandorte, Trocken- und Riedwiesen) detailliert bewertet. Der Zeitplan sieht vor, bis 2015 den nördlichen Teil der Schutzverordnung zu realisieren. Dabei sind die verschiedenen Nutzungsansprüche aufeinander abzustimmen.

Laserscanning in der Archäologie

Laserscanning; Rudolfingen Schlossbuck

Bereits seit einigen Jahren nutzt die Kantonsarchäologie Zürich bei der Suche und Dokumentation archäologischer Fundstellen Daten aus luftgestützter Lasererfassung von Geländeoberflächen (LIDAR). Mit dem Laserscanning steht den Archäologen erstmals ein Werkzeug zur Verfügung, welches erlaubt, in Waldgebieten umfassend archäologische Prospektion zu betreiben.

Im Kanton Zürich kennt man heute rund 5000 archäologische Fundstellen: von bedeutenden, in der Landschaft noch gut sichtbaren Geländedenkmälern bis hin zu Einzelfunden. Eine weit grössere Zahl liegt noch unentdeckt im Untergrund verborgen. Aufgabe der Kantonsarchäologie ist der Schutz dieses archäologischen Erbes, also der Erhalt an Ort und Stelle.

Den Archäologen stehen verschiedenste Prospektionsmethoden zur Verfügung (z.B. Luftbildarchäologie, Feldbegehungen, geophysikalische Messungen), mit denen man unbekannte, im Boden verborgene Überreste vergangener Zeiten auffinden kann. In bewaldeten Gebieten ist es eine besondere Herausforderung, solche zu suchen und zu entdecken. Seit einigen Jahren kommt hierfür immer häufiger die Methode des luftbildgestützten Geländescanning zum Einsatz, auch LIDAR (Light Detection and Ranging) genannt. Dabei wird die Erdoberfläche flugzeuggestützt mit einem Laserscanner präzis vermessen.

Dreidimensionales Modell des Untergrunds

Der Begriff LIDAR umschreibt eine Methode der optischen Abstandsmessung. Die Laserstrahlen werden beim Überfliegen einer Landschaft in regelmässigen Abständen ausgesendet (zwischen 30‘000 und 100‘000 Impulse pro Sekunde), das von den Objekten am Boden (Erdoberfläche, Bäume, Gebäude) zurückgestreute Licht wieder detektiert. Selbst bei Waldflächen ist die Zahl der Laserstrahlen genügend hoch, die durch das Blätterdach bis auf den Boden gelangen, um ein genaues Abbild der Geländeoberfläche zu ermitteln. Im Rahmen der Datenauswertung werden Bäume und Bauten mit einer speziellen Filterung weggerechnet, wodurch man ein hoch aufgelöstes, dreidimensionales Modell des Untergrunds erhält. Kleinste Erhöhungen und Strukturen werden im Gelände sichtbar.

In der Kantonsarchäologie werden seit 2008 LIDAR-Daten im Rahmen der archäologischen Prospektion (Fundstelleninventarisierung) verwendet. Genutzt werden Daten eines von der swisstopo über die ganze Schweiz erstellten Terrain- und Oberflächenmodells, daneben werden projektbezogen auch Spezialbefliegungen in ausgewählten Gebieten in Auftrag gegeben.

Wegleitung für Solaranlagen

Die Förderung von erneuerbaren Energien ist ein gewichtiges öffentliches Anliegen. Entsprechend erfreuen sich auch Solaranlagen immer grösserer Beliebtheit. Die Abteilung Raumplanung arbeitet derzeit eine Wegleitung für Solaranlagen aus. Aktuell ist sie in der Vernehmlassung bei den Gemeinden des Kantons Zürich.

Die Bewilligungspraxis für Solaranlagen liegt im Kanton Zürich in der Kompetenz verschiedener Instanzen. Die Wegleitung soll dazu beitragen, dieser Praxis einen einheitlichen Rahmen zu geben. Sie befasst sich nur mit Anlagen an Gebäuden, nicht mit freistehenden Anlagen. Für die Gemeinden dient die Wegleitung als Empfehlung. Den Bauwilligen soll sie eine Hilfestellung bei der Planung von Solaranlagen bieten.

Da die Anforderungen an die Gestaltung solcher Anlagen in der Regel sehr objektabhängig sind, empfiehlt es sich grundsätzlich, frühzeitig mit den zuständigen Behörden in Kontakt zu treten. Für die Bereiche überkommunaler Ortsbildschutz und Bauen ausserhalb der Bauzonen liegt die Bewilligungskompetenz beim Kanton. Die Ausführungen in der Wegleitung zur Gestaltung von Solaranlagen stellen die gängige Praxis dar. Für Bauvorhaben in Zusammenhang mit einem überkommunal inventarisierten oder geschützten Einzelobjekt ist in jedem Fall eine Einzelfallbeurteilung notwendig.

Richtplanvorlage an Kantonsrat überwiesen

Die laufende Gesamtüberprüfung des kantonalen Richtplans erreicht einen weiteren Meilenstein: Der Regierungsrat hat die Vorlage an den Kantonsrat überwiesen, in dem die Kommissionsberatungen aufgenommen werden.

In die Richtplanvorlage sind die Anregungen und Einwendungen aus der öffentlichen Auflage eingeflossen. Ein Erläuterungsbericht enthält weiterführende Hinweise zu den in Aussicht genommenen Festlegungen und gibt auch Aufschluss über die nicht berücksichtigten Einwendungen.

Die öffentliche Auflage fand vom 21. Januar bis 15. April 2011 statt. Von den über 2300 eingegangenen Einwendungen entfielen 200 auf Behörden und rund 2100 auf Private beziehungsweise Verbände. Im Rahmen des ergänzend dazu durchgeführten Mitwirkungsverfahrens zur Festlegung der neuen Jagdschiessanlage in Bülach gingen weitere rund 4200 Einwendungen ein.

Überprüfung nach dem Gegenstromprinzip

Der kantonale Richtplan ist das Steuerungsinstrument der Kantone, um die räumliche Entwicklung langfristig zu lenken. Das Raumplanungsgesetz sieht vor, dass die Kantone ihre Richtpläne alle zehn Jahre gesamthaft überprüfen und nötigenfalls anpassen.

Im Kanton Zürich ist diese Gesamtüberprüfung seit 2007 im Gang. Sie erfolgt nach dem sogenannten Gegenstromprinzip. Dies zeigt sich vor allem in der regelmässigen Abstimmung mit den regionalen Planungsverbänden und dem engen Austausch mit den Gemeinden. Denn Raumplanung ist letztlich eine Gemeinschaftsaufgabe von Kanton, Regionen und Gemeinden.

100 Jahre Amtliche Vermessung: öffentlicher Festanlass in Brütten

Am Samstag, 12. Mai 2012, wird das 100-Jahr-Jubiläum der amtlichen Vermessung gefeiert. An den Festanlass in Brütten, dem Mittelpunkt der amtlichen Vermessung im Kanton Zürich, sind ab 13.30 Uhr Interessierte mit ihren Familien eingeladen.

Seit 1912 ist die amtliche Vermessung ein tragender Pfeiler des Schweizerischen Rechtssystems. Sie dokumentiert laufend aktuell das Grundeigentum, definiert Grenzen, Gebäudestandorte aber auch Gewässerverläufe oder Waldränder. Mit dem Schutz des Grundeigentums leistet sie einen wichtigen Beitrag zu Rechtssicherheit und Wohlstand in unserem Land.

Buntes Programm für die ganze Familie

Am Jubiläumstag bietet sich im Kanton Zürich die Möglichkeit, den Mittelpunkt der amtlichen Vermessung in Brütten bei Winterthur zu besuchen. An schönster Aussichtslage oberhalb der Kirche findet dort von 13.30 bis ca. 16 Uhr ein öffentlicher Festanlass für die ganze Familie statt. In Anwesenheit von Regierungspräsident Markus Kägi wird der restaurierte Aussichtspunkt mit dem neuen, vom Embracher Bildhauer Ueli Thalmann gestalteten Vermessungspfeiler eingeweiht und an die Bevölkerung übergeben.

Ein Rahmenprogramm setzt sich praxisnah und anschaulich mit Fragen, Instrumenten und Techniken der amtlichen Vermessung auseinander. Einerseits informieren Fachleute an verschiedenen Ständen, beantworten Fragen und präsentieren moderne Messinstrumente. Anderseits können Neugierige bei spielerischen Aktivitäten die Instrumente gleich selbst hautnah erleben. Von Lernenden erstellte Plakate sowie eine kleine Festwirtschaft runden das Angebot in Brütten ab.

Indonesien in Zürich?

Im Zürcher Seefeldquartier steht, momentan völlig eingepackt, eine der wohl interessantesten Villenbauten des Kantons. Der mit Tabakplantagen in Indonesien immens reich gewordene Kaufmann Karl Fürchtegott Grob-Zundel errichtete sich hier, mit Blick auf See und Alpen, ein Paradies – die Villa Patumbah. Das Projekt ist auch für die Kantonale Denkmalpflege eine aussergewöhnliche Herausforderung.

Die Vorbereitungen im Hinblick auf die dringend nötige Renovation hatten viel Zeit in Anspruch genommen. Die Diskussion über die Nutzung oder Nicht-Nutzung der einen Parkhälfte beschäftigte Gerichte und Bevölkerung über Jahre hinweg. Im Juni 2010 war es schliesslich soweit: Die Eigentümerin, die Stiftung Patumbah, konnte mit den Bauarbeiten beginnen. Im Frühjahr 2011 wurden die eigentlichen Restaurierungsarbeiten in Angriff genommen.

Neue Malereien von höchster Qualität gefunden

Im Innern der Villa waren anfänglich sämtliche Oberflächen reichhaltig ausgemalt. Im Lauf der Zeit wurden sie aber fast vollständig übermalt. Zurzeit ist noch nicht abschliessend definiert, wie viel von dieser ursprünglichen Malerei tatsächlich freigelegt oder ergänzt werden kann. Während der Restaurierungsarbeiten sind nämlich an diversen Wand- und Deckenflächen neue Malereien von höchster Qualität gefunden worden, obwohl sie aufgrund der Vorabklärungen als nicht bemalt galten.

Der Wunsch, alle für den Raumeindruck wichtigen Ausstattungen ebenfalls zeigen zu können, bleibt vorerst aus finanziellen Gründen unerfüllt. Für die Restaurierung dieser Elemente sind zusätzliche Sponsorenbeiträge nötig. Die Kassettendecke im Salon weist Vierecke mit je vier Dreiecken auf, die mit auffallend schönem Resultat probegereinigt wurden. Die Stiftung bietet diese Dreiecke stückweise zu 400 Franken zum Sponsoring an.

Die archäologische Untersuchung in der ehemaligen Porzellanmanufaktur Kilchberg-Schooren

1763 gründeten fünf Stadtzürcher Persönlichkeiten im Schooren, direkt am Zürichseeufer, eine Porzellanmanufaktur. Mehrere Generationen von Unternehmern stellten hier bis 1906 zunächst Porzellan her, danach die günstigeren Fayencen, manganglasierte Keramik und zeitweise Steingut.

Die Manufakturen im Schooren blicken auf eine 150-jährige Produktionsgeschichte zurück: von den Anfängen der ersten Porzellanmanufaktur der Schweiz in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Ab 1919 dienten die Gebäude der ehemaligen Manufaktur als privater Landsitz, bis sie einer neuen Überbauung weichen mussten und am 12. Oktober 2002 gesprengt wurden. Was sich im Boden erhalten hatte, untersuchte die Kantonsarchäologie Zürich von Februar bis Juni 2003.

Auskunft über gesamten Herstellungsprozess

Anhand von Gebäudefundamenten und Resten von vier Brennöfen liess sich vor allem der Zustand des 19. Jahrhunderts dokumentieren. In den aufgelassenen Öfen und im Uferbereich kamen grosse Mengen Keramik zum Vorschein. Dabei handelte es sich vorwiegend um Produktionsabfall und technische Keramik. Das umfangreiche Fundmaterial zeigt einerseits die Produktepalette mit ihren wechselnden Formen und Dekors, anderseits gibt es Auskunft über die komplexen Vorgänge des gesamten Herstellungsprozesses vom Formen über das Brennen bis zum Glasieren.

Fundstücke im Zunfthaus zur Meisen

Anders als in Museen und Sammlungen sind die einst begehrten, reich verzierten Prachtstücke aus der Zürcher Produktion unter den Funden selten, Alltagsgeschirr überwiegt dagegen. Zusammen mit historischen Quellen sowie Vergleichen mit in- und ausländischen Manufakturen gelingt es, ein facettenreiches Bild dieser 150 Jahre Keramikproduktion aufzuzeigen. 

Die wissenschaftliche Publikation zu diesem Projekt wurde Ende März der Öffentlichkeit vorgestellt. Zurzeit sind im Zunfthaus zur Meisen in einer Wechselvitrine Fundstücke aus diesem Projekt zu sehen.

Nutzungsreserven: Zahlen 2010 liegen vor

Schon seit den 70er Jahren entwickelt das Amt für Raumentwicklung Instrumente, die es ermöglichen, räumliche Daten zu gewinnen und zu analysieren. So lassen sich Fragen rund um die Nutzung der Bauzonen heute mit fundierten Datenreihen beantworten.

Wie sind in der Gemeinde x die Bauzonen strukturiert? Wo wird gewohnt, wo gearbeitet? Wie haben sich die Baugebiete der Gemeinde über die Jahre hinweg entwickelt? Und wo sind noch welche Handlungsspielräume vorhanden – nicht bebaute Grundstücke, nicht ausgeschöpfte Geschossflächenreserven?

Auf solche Fragen liefern die Daten der Raumbeobachtung sehr detaillierte Antworten. Für Planer auf Stufe Kanton, Regionen und Gemeinden liegt hier eine wichtige Grundlage. So liefern die Daten der Raumbeobachtung einerseits einen gesamthaften Blick auf den Kanton Zürich oder einzelne Regionen. Das ist zentral bei der Weiterentwicklung der Richtpläne. Aber auch für jede einzelne Gemeinde sind diese detaillierten und langjährigen Daten ausgesprochen wichtig für die Siedlungsplanung, die Verkehrs- oder auch die Energieplanung.

Zentrale Grundstücksinformationen

Wer Land besitzt oder erwerben will, erhält mit dem ÖREB-Kataster schon bald alle relevanten Informationen über das betroffene Grundstück aus einer Hand. Als eines der ersten Länder weltweit errichtet die Schweiz einen Kataster, in dem ein wesentlicher Teil der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREB) systematisch dokumentiert und zentral veröffentlicht sind.

Der ÖREB-Kataster wird sich zum offiziellen Informationssystem für die wichtigsten öffentlich-rechtlichen Eigentums-beschränkungen entwickeln. Dies betrifft z.B. Fragen aus den Bereichen Nutzungszone (siehe Abbildung), Grundwasserschutzzonen oder Bau- und Abstandslinien, die mit dem ÖREB-Kataster pro Grundstück zusammengeführt werden. Nutzniesser sind Grundeigentümer, öffentliche oder private Bauherrschaften, Banken, die öffentliche Hand und viele andere. Sie alle sparen vor allem Zeit und Geld. Zwar sind Informationen über eine bestimmte Eigentumsbeschränkung schon heute vom zuständigen Fachamt des Kantons oder der Gemeinde erhältlich. Wer jedoch für sein Grundstück Informationen zu verschiedenen Eigentumsbeschränkungen wünscht, reist von einer Stelle zur anderen, bis er alles beisammen hat.

Der Kanton Zürich wurde aufgrund der Bewerbung der Baudirektion beim Bund als einer von sieben Pilotkantonen ausgewählt. In den Pilotkantonen soll die Betriebsaufnahme des Katasters am 1. Januar 2014 erfolgen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen noch umfangreiche Vorarbeiten geleistet werden. Sie werden von einem Projektteam unter der Leitung der Abteilung Geoinformation, in dem auch die Gemeinden vertreten sind, realisiert.

Amtliche Vermessung - Wichtige Grundlagenarbeit, die sich im Stillen abspielt

Vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, was die mit Stativ und Messinstrument ausgerüsteten Personen am Strassenrand oder in Ihrem Garten eigentlich machen?   Oder möchten Sie wissen, was die Marksteine, Bolzen und Markierungen bedeuten, denen Sie draussen auf Schritt und Tritt begegnen? Interessiert es Sie, woher die Grundlagen für das Navigationssystem in Ihrem Auto oder für Ihren Stadtplan stammen?

Die Fragen deuten es an: Es ist nicht vermessen zu sagen, dass die amtliche Vermessung Grundlagen liefert, die für viele Bereiche unseres Lebens unabdingbar sind. Im Rahmen der amtlichen Vermessung wird mit modernster Technologie die Erdoberfläche genau und zuverlässig vermessen. Die so gewonnenen öffentlichen Daten werden laufend aktualisiert. So dokumentiert die amtliche Vermessung das Grundeigentum, sie zeigt, wo welche Grenze verläuft, wo ein Gebäude steht, welche Ausdehnung ein Gewässer hat, wo ein Wald aufhört und vieles mehr. Sie ist damit ein wichtiges Element im Räderwerk unseres Rechtsstaates und unserer Wirtschaft.

Aber die amtliche Vermessung ist mehr als das, weil ihre Pläne und Daten in unzähligen Bereichen verwendet werden, in denen räumliche Informationen gefragt sind. Bauvorhaben, Raumplanung, Verkehrsvorhaben, Rettungsdienste, Landwirtschaft, Tourismus – diese Aufzählung deutet bloss an, wie breit die Anwendungsgebiete gefächert sind, in denen die Daten der amtlichen Vermessung als Grundlage eingesetzt werden. Auch die interaktiven geografischen Informationssysteme (GIS), die für Behörden, Wirtschaft und viele Private heute ein unentbehrliches Arbeits- und Informationsinstrument darstellen, würden ohne verlässliche und aktuelle Daten aus der Vermessung nicht funktionieren.

Veranstaltungen und Informationen rund ums Jubiläum

Nutzen Sie die Gelegenheit des 100-Jahr-Jubiläums, um Ihren Blick einmal auf eine spannende Tätigkeit zu richten, die sich im Stillen abspielt und doch so viele Bezüge zu unserem Alltagsleben aufweist. Werfen Sie doch auch einen Blick auf die Veranstaltungen, die in der ganzen Schweiz und auch im Kanton Zürich 2012 stattfinden.

Pferdehaltung ausserhalb der Bauzonen

Pferde sind beliebt, ihre Anzahl im Kanton Zürich nimmt zu. Aber Achtung, die dafür nötigen Infrastrukturen sind nicht überall und ohne Weiteres möglich. Auch in der Landwirtschafts-zone gilt die Haltung von Pferden nicht automatisch als zonenkonform. Das Ende 2011 in aktualisierter Form erschienene Merkblatt «Pferdehaltung auf Landwirtschaftsbetrieben» orientiert über die generelle Bewilligungspraxis im Kanton Zürich.

Im Unterschied zu anderen landwirtschaftlichen Nutztieren dienen Pferde in der Regel nicht der Milch- oder Fleischproduktion. Sie werden überwiegend zu Sport- und Freizeitzwecken oder für agrotouristische Tätigkeiten verwendet. Weil der Gesetzgeber aber vorsieht, dass Landwirtschaftsland in erster Linie der landwirtschaftlichen Produktion vorbehalten ist, können Bewilligungen für Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone nur unter strengen Bedingungen erteilt werden.

Der Bund hat seine Bewilligungskriterien im Oktober 2011 in der überarbeiteten Wegleitung «Pferd und Raumplanung» dargelegt. Darauf abgestimmt legt das im November 2011 aktualisierte Merkblatt «Pferdehaltung auf Landwirtschaftsbetrieben» die im Kanton Zürich geltenden Richtlinien dar.

Die hobbymässige Pferdehaltung mit bis zu 4 Tieren ist auf nichtlandwirtschaftlichen Grundstücken seit 2007 in geeigneten bestehenden Gebäuden zulässig, sofern der Besitzer der Tiere im Nahbereich des Stalls wohnhaft ist.

Parlamentarische Initiative hängig

Die derzeit hängige parlamentarische Initiative zur Pferdehaltung in der Landwirtschaftszone soll die Gesetzesgrundlage schaffen, damit Pferde – unabhängig von ihrem Verwendungszweck – auf Landwirtschaftsbetrieben als zonenkonform gelten. Der Ausgang der Initiative ist derzeit noch unbestimmt.