Entdeckungen

Eine Taube aus Oberwinterthur

Bronzene Gewandspange (Fibel) aus dem 1. Jh. n.Chr. Bei genauerem Hinsehen ist in der halbplastischen Brosche deutlich die Anatomie einer Taube zu erkennen. Der Nadelhalter befand sich auf der Unterseite, das Federkleid ist auf dem Rücken mit einer Punzverzierung angedeutet. Die Flügel und die Schwanzfeder sind dekorativ mit einer Metalleinlage, einer Art Niello, versehen. Als Niello bezeichnet man eine bestimmte Art von schwärzlicher Metallmasse, die aus einem Gemisch von Silber und Sulfiden (Kupfer und Blei) besteht. Im Auge befand sich einst eine gelbe Einlage aus Glas, die heute nur noch in Spuren erhalten ist. Figurenfibeln, die sowohl gepunzt als auch mit einer Metalleinlage versehen sind, sind eher selten. Sie zählten daher vermutlich eher zu den kostbaren Schmuckstücken. Die Fibel wurde im 1. Jh. im Vicus Vitudurum, der kleinstädtischen römischen Siedlung, dem heutigen Oberwinterthur, in einem Hinterhof verloren. Fast 2000 Jahre später kam sie bei Ausgrabungen wieder zum Vorschein.