Neuerscheinungen

Zürich Mozartstrasse, Band 4: Die frühbronzezeitliche Besiedlung (Monographie 42)

Zürich Mozartstrasse, Band 4: Die frühbronzezeitliche Besiedlung

Vom Herbst 1981 bis zum Frühling 1982 wurde im Zürcher Seefeld eine Notgrabung durchgeführt, nachdem bei Aushubarbeiten für das seeseitig des Opernhauses projektierte Bernhard-Theater die Reste einer bislang unbekannten Seeufersiedlung entdeckt wurden. Gegenstand der vorliegenden Publikation bilden die frühbronzezeitlichen Befunde und Funde.
In einem ersten Teil werden die frühbronzezeitlichen Befunde behandelt, wobei sich gezeigt hat, dass die im Vorbericht zu jenen Ausgrabungen formulierten Interpretationen zur Stratigraphie in etwa zutreffen. In einigen Fällen stellte sich diese jedoch als noch komplexer heraus als bisher vermutet. Die Befundanalyse erlaubt eine detailliertere Gliederung der Siedlungsphasen als zuvor.
Im zweiten Teil der Publikation wird das frühbronzezeitliche Fundmaterial aus Zürich-Mozartstrasse vorgestellt. Den wichtigsten Fund stellt eine mit Gold belegte Bernsteinkugel dar, in deren Nähe ein Dolch des Typs Broc gefunden wurde. Die Datierung der Kugel, die ihre nächsten Parallelen in Südengland findet, muss unklar bleiben.
Die Tatsache, dass in Zürich-Mozartstrasse mit Dorf C1A eine stark befestigte Siedlung erfasst wurde, lässt vermuten, dass der Siedlungsplatz in ein komplex strukturiertes territoriales Netz eingebettet war und in diesem Rahmen eine Sonderrolle einnahm.
Fasst man die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, so besteht kein Zweifel daran, dass mit Zürich-Mozartstrasse eine für die Frühbronzezeitforschung bedeutende Referenzstation vorliegt. Sie gehört zu den seltenen frühbronzezeitlichen Uferrandsiedlungen, die über einen Zeitraum von 400 Jahren hinweg immer wieder besiedelt worden ist. Jetzt bestellen.

Die prähistorischen Feuchtbodensiedlungen am Südrand des Pfäffikersees (Monographie 41)

Mit der Entdeckung einer bedeutenden Feuchtbodensiedlung im Torfmoor von Robenhausen (1858) legte der Zürcher Oberländer Landwirt Jakob Messikommer (1828–1917) den Grundstein zu einer beispiellosen Forscherkarriere. Während seiner fast sechzig Jahre dauernden Grabungstätigkeit erforschte er diese Fundstelle und machte sie in zahlreichen Publikationen weltweit bekannt. Anhand der vielen schriftlichen Dokumente liess sich die Grabungstätigkeit Messikommers in Robenhausen in einzigartiger Weise nachzeichnen, ebenso seine Handelstätigkeit mit all den damit verbundenen Aspekten der Konservierung und Kontaktpflege. Dank verschiedener, im Rahmen einer Inventarisation der Fundstelle erhobener Daten in den 1990er-Jahren war es möglich, einen Teil der Überlieferungen Messikommers mit neu gewonnenen Felddaten zu vergleichen. Unter Einbezug der alten Grabungsdokumente, der Befunddaten und des Altfundmaterials liess sich ein grobes Bild der Siedlungsabfolge erarbeiten (Pfyn, Horgen, Schnurkeramik sowie Früh- und Spätbronzezeit). Ausser den Funden aus den Feuchtbodensiedlungen von Robenhausen und Himmerich wurden erstmals auch die Einzelfunde aus der Umgebung des Pfäffikersees vorgelegt und miteinander in Beziehung gebracht. Medienmitteilung.  Jetzt bestellen.

Die horgenzeitliche Siedlung Pfäffikon-Burg (Monographie 40)

Am Seeufer vor Pfäffikon untersuchte die Kantonsarchäologie Zürich 1997 die Reste einer Siedlung aus dem 31. Jahrhundert v.Chr. In einem Zeitraum von etwa 100 Jahren lagen hier drei Dörfer nacheinander auf einer ehemaligen Halbinsel. Herdstellen und Pfosten lassen die Hausstandorte und -abfolgen rekonstruieren. Eng bebaute Zeilen von kleinen, ebenerdigen Pfostenbauten wechselten ihre Orientierung jeweils am Übergang von einer Siedlungsperiode zur nächsten. Ausgezeichnete Erhaltungsbedingungen hinterliessen eine grosse Menge Fundmaterial, darunter auch Holzgefässe, Beilholme, Knochen- und Geweihartefakte. Durch die aussergewöhnlich hohe Anzahl von 977 geborgenen und untersuchten Steinbeilklingen kann der Herstellungsprozess von der Materialgewinnung bis zum fertigen Gerät über alle Arbeitsschritte detailliert aufgezeigt werden. Archäobotanische und -zoologische Untersuchungen lassen Rückschlüsse auf die Landwirtschaft und Ernährung zu und machen die Veränderung der Kulturlandschaft in ihrer Wechselwirkung mit der Siedlungsentwicklung sichtbar. Insgesamt zeichnet sich das Bild einer autarken, ganzjährig bewohnten Siedlung ab, die auf Ziegenzucht, Steinbeilproduktion und Flachsanbau spezialisiert war und in diesen Sparten möglicherweise über den Eigenbedarf hinaus produzierte. Medienmitteilung. Jetzt bestellen.