Unsere Tätigkeiten

Merkurstatuette mit Hahn und Ziegenbock auf Sockel (Oberwinterthur, Unteres Bühl).

Unsere Hauptaufgaben

Von der Entdeckung einer archäologischen Fundstelle bis zum Abschluss einer Dokumentation und der Präsentation der Grabungsresultate deckt die Kantonsarchäologie ein äusserst breites und vielfältiges Tätigkeitsfeld ab. Aber auch als Anlaufstelle für Behörden, wissenschaftliche Institutionen, Lehrkräfte und interessierte Privatpersonen erfüllt sie eine wichtige Funktion.


Die hoheitliche Tätigkeit umfasst die Behandlung von Baugesuchen und das Veranlassen von Schutzmassnahmen im Fall einer Gefährdung archäologischer Fundstellen sowie das Erarbeiten von Stellungnahmen und Gutachten.

Bei der archäologischen Prospektion geht es darum, verborgene Fundstellen aus vergangenen Zeiten aufzuspüren und diese ohne Ausgrabungen möglichst umfassend zu untersuchen. Als Methode stehen Feldbegehungen, Luftbildfotografie, die Auswertung historischer Quellen und geophysikalische Prospektion mit Magnetik und Radar zur Verfügung.

Mit archäologischen Untersuchungen werden meistens Fundstellen erforscht, die auf Grund menschlicher Bautätigkeit oder Bodenerosion zerstört werden (Rettungsgrabung), seltener auch solche, die im Zentrum eines Forschungsinteresses stehen (Forschungsgrabung). Bodensondierungen und Prospektionsmethoden geben erste Informationen zum Schichtaufbau, zur Ausdehnung und Zeitstellung einer Fundstelle. Aufgrund dieser Angaben wird die Rettungsgrabung geplant. Nach dem Entfernen der Überdeckungen, etwa durch einen maschinellen Aushub oder das Öffnen eines Bodens in einem Gebäude, werden die Kulturschichten abgetragen, Funde geborgen sowie Strukturen (Gebäudeteile, Gräber, Gruben) dokumentiert.

Spezialistinnen für Konservierung und Restaurierung nehmen sich in unserem auf Keramik und Glas spezialisierten Restaurierungslabor der Fundgegenstände an. In einem zeitintensiven Arbeitsprozess werden dabei zusammenpassende Stücke gesucht, geklebt und dann zu möglichst ganzen Gefässen ergänzt, sodass aus einem Meer von Scherben häufig wieder vollständige Objekte entstehen.

Die archäologische Auswertung hat zum Ziel, das umfangreiche Datenmaterial aus den Ausgrabungen mit Informationen aus Teiluntersuchungen wie Botanik, Dendrochronologie, Materialanalysen etc. zusammenzuführen und so neue Erkenntnisse zu einer Fundstelle und ihrem Umfeld zu gewinnen. Dies geschieht in einem interdisziplinären Arbeitsprozess und oft in Zusammenarbeit mit Universitätsinstituten, anderen Kantonsarchäologien, der Archäologie der Stadt Zürich, dem Schweizerischen Nationalmuseum und Fachstellen aus Natur- und Geisteswissenschaften. Als vielfach einzige Informationsquelle erweitert die Archäologie damit unser Wissen über Gesellschaft, Wirtschaft, Landschaft etc. in einem sehr grossen Zeitraum.

Im Fundlager werden die Funde unter klimatisch optimalen Bedingungen aufbewahrt. Bis heute sind etwa 8000 Einheitskisten mit hochgerechnet etwa 4 Mio. Keramikscherben eingelagert. Daneben finden sich vielerlei Gegenstände aus Holz, Glas, Metall, Knochen und anderem. Repräsentative Objekte jeder archäologischen Epoche und jeder Fundgattung werden in der Studiensammlung zusammengestellt. Ausleihegesuch

Das Archiv der Kantonsarchäologie ist die umfassendste Dokumentationsstelle zur Archäologie im Kanton Zürich. Darin werden die Hinweise auf archäologische Fundstellen und Fundgegenstände möglichst vollständig erfasst. Die Dokumentationen, bestehend aus Beschreibungen, Fotografien und Plänen, sind – neben den geborgenen Fundgegenständen – nach der Ausgrabung oft die einzigen verbleibenden Zeugnisse einer archäologischen Fundstelle.

Mit Öffentlichkeitsarbeit durch wissenschaftliche Publikationen und populäre Broschüren, Informationen an Grabungsstellen und «Tagen des offenen Bodens» macht die Kantonsarchäologie die Bevölkerung auf ihre Arbeit aufmerksam. Nicht zuletzt dienen unsere Bücher der Sicherung der Information über die archäologische Vergangenheit des Kantons Zürich.