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Entdeckungen
Parkettboden-Imitation aus dem 19. Jahrhundert
Riemenboden mit gemalter Parkettboden-Imitation. Lightbox
Im um 1691 erbauten Landgut «Gehrenhof» in Stäfa-Oetikon wurden dieses Jahr im Zuge eines Umbaus sämtliche Böden entfernt. Dabei trat im südwestlichen Eckzimmer eine wahre Sensation zu Tage:
Unter dem Parkett des 19. Jahrhunderts kam ein bemalter Riemenboden aus Tannenholz zum Vorschein. Speziell daran ist, dass dieser einen Parkettboden nachahmt, dessen Felder in einem hellbraunen und die Friese in einem nussbraunen Farbton gehalten sind. Eine feine aufgemalte Maserierung des Holzes und die angedeuteten Fugen lassen die Imitation noch realistischer erscheinen.
Entstanden ist dieser gemalte Parkettboden wohl anlässlich eines Besitzerwechsels um 1821/22, welcher einen kompletten Innenumbau zur Folge hatte und dem «Gehrenhof» sein heutiges Aussehen gab. Dazu gehört insbesondere der erkerartige Anbau auf der Ostseite, in dessen Ober- und Dachgeschoss der aus Ischgl stammende Tiroler Maler Joseph Pfeiffer (1800–1874) Landschaftsmalereien anbrachte. Der Treppenhausanbau, welcher das Landgut mit dem Hinterhaus verbindet, kam 1854/55 hinzu.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts verschwand der bemalte Boden unter einem realen Parkettboden, der seinerseits die Imitation nachahmt: Er besteht aus hellen Feldern samt dunklerem Fries.
Ein solcher Befund ist äusserst selten. Aus diesem Grund entschied sich die Kantonale Denkmalpflege, den bemalten Riemenboden auszubauen und ihn im Kulturgüterdepot einzulagern.
Exotische Kostbarkeiten in der Villa Patumbah freigelegt
Freigelegte Partie einer bisher verborgenen Ölmalerei im Damenzimmer. Lightbox
Die 1883-85 vom sagenhaft reich gewordenen Bäckerssohn Carl Fürchtegott Grob erbaute Villa Patumbah im Zürcher Seefeld ist ein extravagantes Anwesen. Seine Renovation unter Leitung der kantonalen Denkmalpflege bietet Überraschungen und Entdeckungen der angenehmsten Sorte. Vor einem Jahr haben die Bauarbeiten in diesem eigenwilligsten Anwesen im Kanton Zürich begonnen und bereits sind wichtige Bauschritte umgesetzt. Bis zum Projektabschluss Ende 2012/Anfang 2013 bleiben allerdings noch zahlreiche bautechnische und kunsthandwerkliche Herausforderungen zu bewältigen. Zudem hofft die Eigentümerin, die Stiftung Patumbah, auf zusätzliche Sponsoren, mit deren Hilfe weitere Kostbarkeiten in dieser exotisch ausgestatteten Villa restauriert werden könnten.
Ein Glasmosaik in der Villa Streiff
Zur grossen Überraschung der beteiligten Fachleute kam bei Restaurierungsarbeiten in der 1929 erbauten Villa Streiff in Küsnacht-Goldbach ein verloren geglaubtes Wandbild wieder zum Vorschein. Im Wohnzimmer konnte hinter einer dicken Gipsschicht die Wandnische mit dem intakten Glasmosaik nach dem Entwurf des Kunstmalers Karl Hügin (1887–1963) freigelegt werden. Es zeigt eine Herde wilder Pferde und wurde vom Glasmaler und Mosaizisten Charles Wasem (1875–1961) ausgeführt.
Bei der Villa Streiff handelt es sich um einen frühen Vertreter des Neuen Bauens an der Goldküste. Architekt des seit 1992 als regional bedeutend festgesetzten Schutzobjektes war der aus Fällanden stammende Otto Zollinger (1886–1970), welcher vor allem in Saarbrücken/D tätig war und in den späteren Jahren zahlreiche Gebäude für den Mövenpick-Konzern (Silberkugeln etc.) errichtete. Die Villa Streiff baute er für seinen Schwiegervater Harry Streiff (1865–1939), Kaufmann in Zürich und Manila. Das an einen Ozeandampfer gemahnende Gebäude gilt heute als wichtigster Vertreter des Neuen Bauens am Zürichsee und gilt als Otto Zollingers wichtigstes Werk.
