Veranstaltungen

Rundgänge Stadt und Land

An den diesjährigen Rundgängen der Denkmalpflege geht es bunt zu und her. Architektur und Farbe verbinden sich auf die verschiedensten Arten. Farbe kann durch die Materialwahl Teil der Architektur werden, sie kann deren Wirkung verstärken oder aber bewusst kontrastieren. An den Stadt-Land-Rundgängen lernen Sie Beispiele aus mehreren Jahrhunderten kennen und erhalten einen Einblick in die Arbeit der Denkmalpflege. Die Führungen finden von Mai bis Juni jeweils am Dienstagabend, von August bis September jeweils am Donnerstagabend statt. Beginn: 17.30 Uhr, Dauer ca. 1½ Stunden. Zur Eröffnung der Veranstaltungsreihe am 8. Mai 2012 um 17 Uhr im Rathaus in Winterthur sind Sie herzlich eingeladen. Durchgeführt von der Kantonalen Denkmalpflege und den Städtischen Denkmalpflegen Zürich und Winterthur

Verborgene Schätze in der Altstadt

8. Mai 2012 in der Stadt Winterthur

Ob an der Technikumstrasse, an der Obergasse oder an der Stadthausstrasse: hinter vielen Häuserfassaden, an denen wir täglich vorbei gehen, befinden sich verborgene Schätze, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind. Besichtigt werden etwa das 500 Jahre alte Sgraffito im Haus zum «Hinteren Waldhorn», die europaweit einmalige gotische Holzdecke im Haus «Zum Pelikan» oder die prunkvolle Inneneinrichtung des Geschäftshauses «Warteck».

 

 

Treffpunkt: Rathausdurchgang, Stadthausstrasse 57 
Anfahrt: Ab Bahnhof Winterthur zehn Gehminuten oder Bus 1, 5, 14 bis Stadthaus
Führung: Stefan Gasser, Miguel Garcia

Villa Flora, Villa Neuhof – reich gestaltete klassizistische Villen

15. Mai 2012 in Wädenswil

Die Villen Neuhof (erbaut 1840–1842) und Flora (erbaut 1880–1881) sind zwei typische Vertreterinnen herrschaftlicher Wohnbauten, die im 19. Jahrhundert auch auf dem Land mehr und mehr städtischen Charakter annehmen. Sie zeigen im Inneren reiche Dekorationsmalereien, die bei beiden Villen im Auftrag des Architekten Karl Schweizer (1843–1912), dem Erbauer der Villa Flora, ausgeführt wurden. Die Malereien waren in beiden Bauten mehrere Jahrzehnte lang überstrichen gewesen und wurden jüngst in sorgfältiger Kleinarbeit wieder freigelegt.

Treffpunkt: Floraweg 9 
Anfahrt: S2 bis Wädenswil
Führung: Giovanni Menghini

Lindenmühle und Wohnhaus Friedau – Farbigkeit auf dem Land

22. Mai 2012 in Klein- / Andelfingen

Die 1306 im Habsburger Urbar erstmals erwähnte Lindenmühle ist eine von ehemals sechs florierenden Kundenmühlen in Andelfingen. Seine heutige Gestalt erhielt der Mühlebau Mitte des 19. Jahrhunderts. Am Äusseren und im Inneren besitzt er dezente farbliche Akzente, die durch die Materialwahl unterstützt werden. Das Wohnhaus «Friedau» als einstiger Sitz eines Bauunternehmers gehört zu den repräsentativen Bauten von Kleinandelfingen. Von herausragender Bedeutung sind die Dekorationsmalereien an den Stuckdecken und Wänden aus der Zeit um 1858 und 1905–1907.

Treffpunkt: Felsenhofstrasse 10 
Anfahrt: S16, S33 bis Andelfingen
Führung: Christian Muntwyler

Wiediker Kirchenbauten – Materialien- und Formenvielfalt

29. Mai 2012 in der Stadt Zürich

Ausgehend vom spätbarocken Bethaus wird die monumentale neugotische Bühlkirche mit ihrer Sichtbacksteinfassade vorgestellt. Ganz anders präsentiert sich die Zwinglikirche, ein in den 1920er Jahren entstandener multifunktionaler Bau, der für das fruchtbare Zusammenwirken von Künstlern, Architekten und Auftraggebern steht. Programmatisch sind der Verzicht auf die traditionellen Elemente einer Kirche (Turm und Glocken) sowie die Idee des äusserlich nüchternen «Hauses» als kirchlicher Versammlungsort mit einer überraschend reichen Innenausstattung.

Treffpunkt: Schmiede Wiedikon/Kreisgebäude 3, Seite Tramhaltestelle 
Anfahrt: Tram 9, 14, Bus 33, 67 bis Schmiede Wiedikon
Führung: Nina Hüppi, Thomas Müller

Das Hürlimannareal – einst und jetzt

5. Juni 2012 in der Stadt Zürich

Die Bauten der ehemaligen Brauerei wirken schlicht in ihrer Ausführung, bescheiden sind sie aber nicht. Die Kernbauten dominieren mit massigen Kuben die nahe und weitere Umgebung. Für die Produktionsbauten auf dem Berg wählte der Gründerarchitekt eine einfache Formensprache mit verputzten Fassaden und Segmentbogenfenstern, die Speditionsgebäude am Fusse des Berges sind in mehrfarbigem Sichtbackstein errichtet. Die Umnutzung der Industriebrache ist heute fast abgeschlossen – ein idealer Zeitpunkt für einen Besuch mit Rückblick.

Treffpunkt: Hürlimannplatz, beim Aquibrunnen 
Anfahrt: Bus 66 bis Hürlimannplatz oder Tram 5, 13, Bus 33 bis Waffenplatzstrasse oder S4 bis Zürich Giesshübel
Führung:
Martina Jenzer, Margrit Althammer

Haus Sunnebüel, das Eigenheim von Lux Guyer

12. Juni 2012 in Küsnacht-Itschnach

Das Haus Sunnebüel liegt in Itschnach oberhalb von Küsnacht am Zürichsee. 1929–1930 errichtete Lux Guyer – die erste selbständig erwerbende Architektin von Zürich – für sich und ihre Familie das Wohnhaus. Mit einer variantenreichen Gestaltung der Oberflächen und Farben, der Fussböden, Wände und Decken lag ihr architektonischer Ansatz nicht im Bewahren der traditionellen Form bürgerlichen Wohnens, sondern in einer modernen Interpretation des Hauses als «Wohn-Organismus».

Treffpunkt: Am Itschnacherstich 1 
Anfahrt: S16 bis Zürich Tiefenbrunnen, Bus 912 bis Itschnach, Rebweg
Führung: Roger Strub, Astrid Schifferli
Anmeldung obligatorisch: T 043 259 69 00, are.denkmalpflege@bd.zh.ch

Das Freigut: repräsentatives Wohnen in Zürich-Enge

19. Juni 2012 in der Stadt Zürich

Das Freigut, ein herrschaftliches Wohnhaus mit Gartenanlage, wurde 1772–1774 vom Seidenkaufmann Johann Heinrich Frey erbaut. Heute ist es Sitz der «International Ice Hockey Federation». Das im Stil des späten Rokoko gehaltene Innere überrascht durch seinen Reichtum an Farben und Formen. Höhepunkte bilden die Tapisserien aus Aubusson im «Gobelinsaal» und die mit Chinoiserien bemalten Wandbespannungen im «Chinesenstübli».

Treffpunkt: Brandschenkestrasse 48 
Anfahrt: S4, S10 bis Haltestelle Selnau oder Tram 8 bis Bahnhof Selnau
Führung: Roland Böhmer, Andreas Gallmann
Anmeldung obligatorisch: T 043 259 69 71, roland.boehmer@bd.zh.ch

Nachkriegsmoderne am Seefeldquai

26. Juni 2012 in der Stadt Zürich

Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierten sich international erfolgreiche Firmen wie Alusuisse und Elektrowatt mit mondänen Geschäftssitzen am Seefeldquai. An Stelle der repräsentativen Villen aus der Gründerzeit bildeten sie die neue Seefront. Wie ihre historistischen Vorgänger aus dem 19. Jahrhundert stehen die Bauten der Nachkriegsmoderne für eine prosperierende Wirtschaft, die in neuartigen Baumaterialien und Konstruktionssystemen zum Ausdruck kommt. Sie inspirierten die Architekten zu ebenso einprägsamen wie eigenwilligen Formfindungen.

Treffpunkt: Seefeldquai, vor Pyramide 
Anfahrt: Tram 2, 4 bis Feldeggstrasse oder Bus 912, 916 bis Elektrowatt
Führung: Tatiana Lori, Mirjam Brunner

Wiederentdeckte Malereien im Clubhaus «Zur Gedult»

23. August 2012 in der Stadt Winterthur

Das 1448 erstmals erwähnte Clubhaus «Zur Gedult» wurde 1919 von Oskar Reinhart erworben. Der Kunstsammler und Mäzen beauftragte die Architekten Rittmeyer & Furrer mit dem Umbau der Liegenschaft und gründete 1922 den noch heute bestehenden Club. Einzelne Gesellschaftsräume, normalerweise nur den Clubmitgliedern zugänglich, können im Rahmen der Führung besichtigt werden. Im sogenannten Damensalon wurde, versteckt unter acht Farbschichten, eine aus dem 18. Jahrhundert stammende Grisaillemalerei entdeckt und in Etappen freigelegt.

Treffpunkt: Marktgasse 22 
Anfahrt: Ab Bahnhof Winterthur zehn Gehminuten
Führung:
Barbara Bühler, Gaby Weber, Anita Wanner

Neue alte Farbigkeit: Druckerei Weiss und Wohnhaus Friedheim

30. August 2012 in Affoltern am Albis

Die Gebäude der Druckerei Weiss von 1902–1904 und das repräsentative Wohnhaus Friedheim von 1905 gelten als die architektonisch hervorragendsten Objekte von Affoltern am Albis. Sie wurden beide an der Wende vom Historismus zum Heimatstil durch den renommierten Affoltemer Baumeister Gottlieb Gautschi (1865–1930) erbaut. Decken und Wandmalereien mit Blumenmotiven und Jugendstilranken dominieren die reiche künstlerische Innenausstattung. Als Maler war vermutlich der Affoltemer Joseph Fischer (1868–1915) tätig.

 

Treffpunkt: Obere Bahnhofstrasse 5 
Anfahrt: S9, S15 bis Affoltern am Albis
Führung: Pietro Wallnöfer

In der Stadt und doch im Grünen: das Quartier Heiligfeld

6. September 2012 in der Stadt Zürich

Die Wohnsiedlungen Heiligfeld I und III stehen für die aktive und erfolgreiche Planung eines ganzen Quartiers. Eine grosszügige Grünfläche ermöglicht mitten in der Stadt ein Wohnen im Park. Die Siedlungen sind herausragende Beispiele der zurückhaltenden Architektur der 1940er bzw. einer ausdrucksstarken Architektur der 1950er Jahre. Präzis ausgearbeitete Details, unterschiedliche Fensterformen und Balkone sowie verschiedene Materialien prägen die Fassaden und die kontrastreiche Farbgebung sorgt für einen heiteren Charakter.

 

Treffpunkt: Restaurantpavillon gegenüber der Haltestelle Letzigrund 
Anfahrt: Tram 2 bis Letzigrund
Führung: Christine Barz, Corinne Gasal

Flussbad Oberer Letten – Farben und filigrane Strukturen der Fünzigerjahre

13. September 2012 in der Stadt Zürich

Das 1952 erstellte Flussbad wurde 2011–2012 saniert. Nebst dem Ersatz der technischen Installationen und der Anpassung an heutige Bedürfnisse wurden auch die Oberflächen und weitgehend die ursprüngliche Farbigkeit des durch Graffitimalereien am stärksten betroffenen städtischen Gebäudes instand gestellt.

 

 

 

Treffpunkt: Kornhausbrücke beim Durchgang zum Flussbad Oberer Letten 
Anfahrt: Tram 4, 13, 17, Bus 32 bis Limmatplatz oder Bus 46 bis Nord-/Okenstrasse
Führung: Hansjörg Gilgen, Daniel Gut, Franziska Kaiser

Kirche und Kirchgemeindehaus Bühl: klare Gliederung und komplexe Muster

20. September 2012 in der Stadt Zürich

Das Kirchgemeindehaus Bühl aus den 1950er Jahren besticht durch eine differenzierte Materialbehandlung und komplex erscheinende ornamentale Muster und Oberflächenstrukturen. Das Gebäude wurde aktuell saniert unter weitgehender Wiederherstellung der ursprünglichen Farbigkeit. Die Kirche Bühl gehört zu den frühen Beispielen der Schweiz, die nach dem Wiesbadener Programm gebaut wurden: «Die Kanzel gehört in die Mitte, in den vollen Gesichtskreis der Kirche!» Wie die Forderung baulich realisiert wurde, ist Thema im zweiten Teil der Führung.

Treffpunkt: Bühlstrasse 9, vor dem Kirchgemeindehaus 
Anfahrt: Tram 9, 14 oder diverse Buslinien bis Goldbrunnenplatz
Führung: Urs Baur, Grit Angermann

Eine farbige Betonlandschaft im Loogarten

27. September 2012 in der Stadt Zürich

Am Schulhaus Loogarten, einem skulpturalen Sichtbetonbau aus den 1970er Jahren, löste der Künstler Hans Hunold mit seiner Fassadenmalerei die Architektur aus ihrer naturgemässen Statik: Grosse Flächen und geometrisch angeordnete Flecken nehmen architektonische Elemente auf oder setzen sich über diese hinweg. Mit dem Bau schufen die Architekten Naef, Studer und Studer einen neuen Schulhaustyp mit aussergewöhnlicher Grundrissdisposition. Neben Architektursprache und Kunst am Bau werden Fragen des Erhalts nach 40 Jahren Bestand diskutiert.

Treffpunkt: Gemeinschaftszentrum Loogarten, Eingang Café oh Loo, Salzweg 1 
Anfahrt: Bus 35, 67, 78 bis Salzweg oder Bus 35, 78 bis Loogarten
Führung: Matthias Köhler, Saskia Roth