Gebietsmanagement Flugplatzareal Dübendorf

häufig gestellte Fragen (FAQ)

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Wird auf dem Flugplatz Dübendorf weiter geflogen werden?

Seitens des Bundes liegt nach wie vor kein definitiver Entscheid vor, ob das Flugplatzareal künftig weiterhin aviatisch genutzt werden soll. Die Studie über militärisch-zivilaviatische Mischnutzung, die der Bund 2012 durchgeführt hat, zeigt auf, dass ein kostendeckender ziviler Flugbetrieb nicht möglich ist. Dennoch führt der Bund derzeit eine Ausschreibung durch, mittels der eine Betreibergesellschaft für einen zivilen Flugbetrieb gefunden werden soll. Mit einem Entscheid, ob das Areal weiterhin in irgendeiner Form zivilaviatisch genutzt werden soll, ist somit frühestens Mitte 2014 zu rechnen.

Unabhängig von diesem Entscheid können sowohl der Betrieb der Rega als auch die Helikopterbasis der Kantonspolizei weiter am Standort Dübendorf verbleiben.

Welche Ziele verfolgt der Kanton?

Der Kanton möchte, dass auf dem Flugplatzareal ein Mehrwert für den Wirtschaftsstandort Schweiz und Zürich geschaffen wird. Seiner Meinung nach birgt das Areal die einmalige Chance, hier langfristig eine nachhaltige Entwicklung zu realisieren. Dies bedeutet, dass nur einzelne Teile des Areals für eine bauliche Entwicklung genutzt werden sollen und so Spielräume für nachfolgende Generationen bewusst offen behalten werden.

Der Regierungsrat hat sich klar gegen eine weitere aviatische Nutzung des Flugplatzareals Dübendorf ausgesprochen (RRB Nr. 751/2010) und hat diese Haltung in der Richtplanvorlage vom 28. März 2012 (Vorlage 4882) erneut bestätigt. Darüber hinaus erwartet der Regierungsrat, dass am Kopf des Flugplatzes Dübendorf ein Innovationspark mit mindestens 30 bis 60 Hektaren Fläche bereits kurzfristig erstellt werden kann. Der grosse Rest des Areals könnte dann in Form eines Parks für die Bevölkerung zugänglich gemacht werden.

Was ist das Gebietsmanagement?

Das Gebietsmanagement arbeitet im Auftrag des Regierungsrats und soll die Voraussetzungen für die künftige Nutzung des Flugplatzareals und seiner umgebenden Siedlungsteile schaffen. Ziele sind, die Wohn- und Arbeitsqualität zu steigern und die Emissionen für die Bevölkerung zu verringern. Das Gebietsmanagement verfolgt in diesem Zusammenhang auch eine leistungsfähige Anbindung des Areals an den öffentlichen Verkehr. Es setzt sich aus Vertretern von Bund, Kanton, Region und den Standortgemeinden zusammen.

Welche Pläne verfolgt der Bund als Eigentümer des Areals?

Für den Bund hat das Areal eine hohe strategische Bedeutung. Er prüft derzeit, ob eine Betreibergesellschaft für einen zivilen Flugbetrieb auf dem Flugplatz Dübendorf gefunden werden kann. Auch stehen nach wie vor die Entscheide aus über das neue Stationierungskonzept der Armee und die Rolle des Flugplatzes Dübendorf in diesem Konzept. Im neuen Innovations- und Forschungsgesetz des Bundes wird der Flugplatz Dübendorf zudem als einer der möglichen Standorte für einen nationalen Innovationspark als prüfenswert genannt.

Der Bund als Grundeigentümer des Areals kann gemäss geltendem Recht nur die Bundesaufgaben Militär und Militäraviatik erfüllen. Eine zivile nicht-aviatische Umnutzung des Areals bedarf der Zustimmung von Kanton und Standortgemeinden. Diese sind für das Schaffen der hierfür notwendigen planungsrechtlichen Voraussetzungen verantwortlich. Heute ist nur ein unerheblicher Teil des Flugplatzareals als Bauland eingezont. Sollte ein ziviler Flugplatzbetreiber gefunden werden, müsste dieser die entsprechenden Rechtsverfahren durchlaufen (v.a. Sachplan, Betriebsbewilligungs- und Betriebsreglementsverfahren); diese liegen in der Kompetenz des Bundes.

Wenn nicht weiter geflogen wird, wie soll das Flugplatzareal genutzt werden?

Die Nutzung des Flugplatzareals soll einen Mehrwert für die Schweiz, den Standort Zürich und die Bewohnenden generieren.

Der Kanton Zürich möchte einen Teil des Areals als Standort für einen Innovationspark nutzen. Der Flugplatz eignet sich besonders dafür, weil er sämtliche Rahmenbedingungen erfüllt (Grösse, Infrastruktur, verkehrstechnische Anbindung, Nähe zu Wissenschaft und Wirtschaft).

Eine bauliche Entwicklung des Flugplatzareals soll sich auf den Bereich des heutigen Flugplatzkopfes beschränkten. Der überwiegende Teil des Areals soll unbebaut bleiben und als Park genutzt werden können. So kann es für zukünftige Generationen und deren Bedürfnisse erhalten bleiben.

Was genau versteht man unter einem Innovationspark?

Ein Innovationspark ist ein grosses Areal, auf dem Forschungseinrichtungen von Hochschulen mit etablierten Unternehmen der Wirtschaft zusammengebracht und vernetzt werden. Durch die direkten Kontakte, die räumliche Nähe und den intensivierten Austausch werden Innovationen ermöglicht. Das Ergebnis sind marktfähige Produkte oder Dienstleistungen, welche aus der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft entstehen. Der Innovationspark ist eine Kombination von Arbeits-, Wohn- und Lebensort mit Platz für Freizeit- und Erholungsraum. Er ist ein Element in der Innovationsförderung, unterstützt die Entwicklung neuer Ideen und trägt den Innovationsgeist eines Landes oder einer Region in die Welt hinaus. Innovation ist für ein Binnenland wie die Schweiz einer der wichtigsten „Rohstoffe“ zur Wohlstandswahrung.

Was verändert sich für die Bevölkerung der Standortgemeinden?

Würde die vom Bund derzeit weiter geprüfte militärisch-zivilaviatische Nutzung auf dem Areal etabliert, würde dies hohe Sicherheitsanforderungen bedingen. Die Nutzungspalette möglicher weiterer Nutzungen würde zudem stark eingeschränkt. Auch würde ein Teil des Areals für die Bevölkerung weiterhin unzugänglich bleiben.

Welche lärmmässigen Auswirkungen ein ziviler Flugbetrieb auf die umliegende Bevölkerung hätte, könnte erst dann beurteilt werden, wenn ein entsprechendes ziviles Nutzungskonzept (Zahl der Flugbewegungen, Flottenmix, Betriebszeiten etc.) vorliegt. Die Lärmbelastung wird nach heutigem Stand des Wissens die Grenzwerte in den bestehenden Bauzonen um den Flugplatz nicht überschreiten.

Eine Nachnutzung mit nationaler Ausstrahlung ohne Flugbetrieb ermöglicht hingegen die Öffnung des gesamten Areals für die Bevölkerung. Neben einem national bedeutsamen Hauptnutzer können ergänzend Infrastrukturen und Versorgungseinrichtungen wie Café, Restaurant etc. von der ansässigen Bevölkerung genutzt werden. Die übrigen Bereiche können ökologisch Funktionen übernehmen, der Erholung dienen und aktive Freizeitangebote aufnehmen. Die neuen Siedlungsteile verzahnen sich nahtlos mit den bestehenden und können dort positive Entwicklungen z.B. für Aufwertungen der Strassenräume auslösen.

Welche Konsequenzen hat die Kulturlandinitiative auf die Entwicklung des Flugplatzareals?

Der Kanton hat eine Karte mit dem ackerfähigen Kulturland ausserhalb der Bauzonen erstellt. Daraus geht hervor, dass nur die südlichen Bereiche des Flugplatzareals ackerfähiges und damit Land im Sinne der Kulturlandinitiative umfassen. Der nördliche Bereich ist hiervon nicht betroffen.

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