Gebietsmanagement Flugplatzareal Dübendorf

Haltung Regierungsrat

Vorausschauend planen

Mit dem Stationierungskonzept vom Juli 2005 hat die Armee festgelegt, dass der Flugplatz Dübendorf von der Luftwaffe mittelfristig nicht mehr benötigt wird. Anlässlich der Militär- und Zivilschutzdirektorenkonferenz der Kantone vom 8. Mai 2009 hat Bundesrat Ueli Maurer dann dargelegt, dass das VBS auf eine Wiederaufnahme des militärischen Kampfjetbetriebs in Dübendorf aus betrieblichen und finanziellen Gründen endgültig verzichte. Zum heutigen Zeitpunkt ist der militärische Kampfjetbetrieb eingestellt – der Flugplatz wird allerdings noch immer militäraviatisch und als Waffenplatz genutzt.

Vor diesem Hintergrund befasst sich der Regierungsrat des Kantons Zürich schon längere Zeit mit der möglichen Zukunft für das Flugplatzareal Dübendorf. Mit vorausschauender und langfristiger Planung will er sicherstellen, dass das Flugplatzareal nicht für herkömmliche Nutzungen (z.B. Wohn- oder Bürogebäude) hergegeben wird, für die im Kanton Zürich genügend andere Baulandreserven vorhanden sind.

Der Regierungsrat erteilt der Baudirektion den Auftrag, in Zusammenarbeit mit der Volkswirtschaftsdirektion ein Gebietsmanagement aufzubauen. Dieses Gebietsmanagement, bestehend aus Vertretern von Bund, Kanton, Planungsregion Glattal und Standortgemeinden des Flugplatzareal, soll die Planung gemäss den politischen und strategischen Vorgaben des Regierungsrates vorantreiben. umfassen daher einerseits die Flächen des Bundes, andererseits angrenzende Flächen, welche in ihrer Entwicklung stark durch die zukünftige Nutzung des Flugplatzareals beeinflusst werden.

Keine weitere aviatische Nutzung

Basierend auf den Ergebnissen der Testplanung sowie weiteren Abklärungen spricht sich der Regierungsrat gegen eine weitere aviatische Nutzung des Flugplatzareals Dübendorf aus. Er beschliesst, beim Bund auf eine Aufgabe der Aviatik hinzuwirken und die Anpassung der Lärmkurven – die noch auf den Betrieb mit militärischen Kampfjets ausgerichtet sind – zu beantragen.

Ein Areal für Sondernutzungen

Das Flugplatzareal Dübendorf bietet mit seiner Nähe zum Flughafen Zürich, zu Bildungs-, Forschungseinrichtungen sowie aufgrund seiner Lage inmitten des Wirtschaftsstandorts Zürich hervorragende Standorteigenschaften. In diesem Areal liegt eine einmalige Chance, eine prägnante Entwicklung einzuleiten, die weit über die Region hinaus ausstrahlt. Es ist, um es mit den Worten von Regierungsrat Markus Kägi zu sagen, ein Edelstein im Rohzustand. Und erst durch den richtigen Schliff wird ein Edelstein zu einem Juwel. Für den Regierungsrat des Kantons Zürich steht deshalb fest, dass dieses einzigartige Areal für den Lebens- und Wirtschaftsraum Zürich von strategischem Interesse ist und weder für eine aviatische Nutzung noch für herkömmliche Nutzungen wie z.B. Wohnen, Gewerbe verbraucht werden darf. Gefragt sind vielmehr Nutzungen, die an keinem anderen Ort im Raum Zürich erstellt werden können und nationale Ausstrahlungskraft besitzen. Sie zu finden, zu bewerten und voranzutreiben ist eine der Aufgaben, die das Gebietsmanagement Flugplatzareal Dübendorf mit all seinen Partnern zusammen übernehmen soll.

Ein Park für alle

Falls der Bund beschliesst, das Areal nach 2014 zur Verfügung zu stellen, soll aus Sicht des Regierungsrats als wichtige Massnahme zur Aufwertung des Landschafts- und Freiraums, zur Verbesserung der Zugänglichkeit sowie im Sinne der Adressbildung ein Park konzipiert werden. Dieser würde im Wesentlichen Flächen des heutigen Flugplatzareals umfassen. Er würde sich in Bereiche mit temporärem Charakter und einen dauerhaft zu erhaltenden Kernpark gliedern.

Übergangsbereiche entwickeln

Die Konkretisierung der Nutzungen in den Übergangsbereichen zu den Standortgemeinden wird für die weitere Entwicklung des Flugplatzareals Dübendorf eine zentrale Aufgabe darstellen. Besonders die Übergangsbereiche im Bereich Wangenstrasse zwischen Bahnhof Dübendorf und Flugplatzkopf sowie entlang der südlichen Arealgrenze sollen genauer betrachtet werden. Mit dem Regierungsratsbeschluss [RRB 751/2010] beauftragt der Regierungsrat die Baudirektion in Zusammenarbeit mit Volkswirtschaftsdirektion, Bund, Planungsregion und Standortgemeinden, die notwendigen städtebaulichen und verkehrstechnischen Vertiefungsstudien auszulösen.

Eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung der Übergangsbereiche stellt die Anpassung der Lärmkurven an den heutigen Betrieb dar. Ein entsprechender Antrag des Kantons Zürich liegt dem Eidgenössischen Bundesamt für Verteidigung, Bevölkerung und Sport (VBS) vor.